You are here

Glossar

Terminologie der europäischen Politik der allgemeinen und beruflichen Bildung

Was ist der unterschied zwischen „Qualifikationslücken“, „Qualifikationsbedarf“ und „Qualifikationsmangel“? Ist „Unterqualifikation“ ein Synonym für „Unterbildung“ oder „überwertige Beschäftigung“? Was sind „grüne Kompetenzen“?

In diesem mehrsprachigen Glossar werden 130 Schlüsselbegriffe definiert, die in der europäischen Politik der allgemeinen und beruflichen Bildung verwendet werden. Es handelt sich um eine erweiterte und aktualisierte Fassung der Veröffentlichungen „Terminologie der europäischen Politik der allgemeinen und beruflichen Bildung“ (2008) und „Terminologie der Berufsbildungspolitik“ (2004). Dabei wurden neue Prioritäten der Politik der Europäischen Union, vor allem im Bereich der Qualifikations- und Kompetenzanalyse, berücksichtigt.

Neue Definitionen wurden in Zusammenarbeit mit Experten des Bereichs „Forschung und Politikanalyse“ beim cedefop ausgearbeitet.

Wir hoffen, dass dieses Werk die Kommunikation zwischen den europäischen Interessengruppen im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung, insbesondere den politischen Entscheidungsträgern, erleichtern wird.

Glossar als pdf-Datei herunterladen

Quellen

( | A | B | C | D | E | F | G | H | I | K | L | M | N | O | P | Q | S | T | Ü | V | W | Z
  • (Aus-)Bildungsabbruch

    Definition: 

    Von (Aus-)Bildungsabbruch spricht man, wenn ein Lernender die Teilnahme an einer Bildungs- oder Ausbildungsmaßnahme abbricht, ohne die betreffenden Lern- bzw. Ausbildungsziele erreicht zu haben.

    Anmerkung: 
    • im Englischen bezeichnet der Begriff „dropout“ sowohl den Prozess (d. h. den vorzeitigen Abbruch des Schulbesuchs oder einer Ausbildung) als auch die betreffende Person (die dt. als „Schulabbrecher“, „Bildungsabbrecher“ oder „Ausbildungsabbrecher“ bezeichnet wird);
    • einen (Aus-)Bildungsabbruch konstatiert man nicht nur, wenn eine Person den Schulbesuch bzw. eine Ausbildung vorzeitig abbricht, sondern auch dann, wenn der Lernende einen Bildungs- bzw. Ausbildungsgang zwar vollständig durchlaufen, die betreffenden Abschlussprüfungen aber nicht bestanden hat.
    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus Ohlsson, 1994.
  • (berufliche) Umschulung

    Definition: 

    Ausbildung, die das Ziel hat, Arbeitskräften zu ermöglichen, neue Fähigkeiten zu erwerben, die ihnen den Zugang zu einem neuen Berufsfeld oder zu neuen beruflichen Tätigkeiten eröffnen.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Akkreditierung eines Anbieters der allgemeinen oder beruflichen Bildung

    Definition: 

    Qualitätssicherungsverfahren, in dessen Rahmen ein Anbieter der allgemeinen oder beruflichen Bildung einen akkreditierten Status erhält, der als Nachweis gilt, dass er von den zuständigen Rechtsetzungsorganen oder berufsständischen Organisationen genehmigt wurde, da er festgelegte Standards erfüllt.

    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus Canadian Information Centre for International Credentials.
  • Akkreditierung eines Bildungs- oder Ausbildungsprogramms

    Definition: 

    Qualitätssicherungsverfahren, in dessen Rahmen ein Programm der allgemeinen oder beruflichen Bildung einen akkreditierten Status erhält, der als Nachweis gilt, dass es von den zuständigen Rechtsetzungsorganen oder berufsständischen Organisationen genehmigt wurde, da es festgelegte Standards erfüllt.

    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus Canadian Information Centre for International Credentials.
  • alternde Gesellschaft

    Definition: 

    Eine Gesellschaft, die durch einen wachsenden Anteil älterer Menschen geprägt ist, meist in Verbindung mit einer sinkenden Geburtenrate.

    Anmerkung: 

    In einer alternden Gesellschaft muss das System der allgemeinen und beruflichen Bildung:

    • Qualifikationsmängel und –lücken; sowie;
    • einen vorzeitigen Eintritt in den Ruhestand durch Umschulung und den Ausbau von Qualifikationen verhindern.
    Quelle: 
    Cedefop.
  • alternierende Ausbildung / duale Ausbildung

    Definition: 

    Bezeichnet Programme, die Bildung und Ausbildung im Wechsel zwischen Bildungseinrichtung oder Ausbildungszentrum und Betrieb vermitteln. Dieser Wechsel zwischen den verschiedenen Lernorten kann auf wöchentlicher, monatlicher oder jährlicher Basis organisiert sein. Je nach Land und zutreffendem Status können die Teilnehmer einen Vertrag mit dem Arbeitgeber schließen und/oder ein Arbeitsentgelt beziehen.

    Anmerkung: 

    das „duale System“ der Berufsausbildung in Deutschland ist ein Beispiel für die alternierende Ausbildung.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Analyse des Ausbildungsbedarfs

    Definition: 

    Systematische Bewertung des aktuellen und künftigen Qualifikationsbedarfs vor dem Hintergrund der vorhandenen Qualifikationen, damit eine effiziente Ausbildungsstrategie eingeführt werden kann.

    Anmerkung: 
    • Eine Analyse des Ausbildungsbedarfs beruht auf: (a) der Ermittlung des Qualifikationsbedarfs; (b) der Bewertung der in der Arbeitnehmerschaft vorhandenen Qualifikationen und; (c) der Beurteilung von Qualifikationslücken und -mängeln.
    • Eine Analyse des Ausbildungsbedarfs kann auf individueller Ebene, auf Organisations- oder Sektorebene sowie auf nationaler oder internationaler Ebene stattfinden. Sie kann sich auf quantitative oder qualitative Aspekte (beispielsweise Niveau und Art der Ausbildung) konzentrieren und sollte sicherstellen, dass die Ausbildung wirksam und kostengünstig bereitgestellt wird.
    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Anbieter der allgemeinen oder beruflichen Bildung

    Definition: 

    Jede Organisation bzw. Person, die Leistungen im Bereich der allgemeinen oder beruflichen Bildung bereitstellt.

    Anmerkung: 

    Als Ausbildungsanbieter können Ausbildungsorganisationen fungieren, die speziell zu diesem Zweck geschaffen wurden, aber auch andere Personen oder Organisationen, beispielsweise Arbeitgeber, die im Rahmen ihrer unternehmerischen Tätigkeit auch Ausbildungsmaßnahmen anbieten. Auch Personen, die auf freiberuflicher Basis Ausbildungsdienste bereitstellen, zählen zu den Ausbildungsanbietern.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Anerkennung von Lernergebnissen

    Definition: 

    Formelle Anerkennung: Der Prozess der formellen Anerkennung des Wertes von Kenntnissen, Fähigkeiten und Kompetenzen, entweder durch:

    • die Validierung nichtformalen und informellen Lernens;

    • das Verleihen von Entsprechungen, Anrechnungspunkten oder Urkunden;

    • das Verleihen von Qualifikationen (Befähigungsnachweise, Bescheinigungen, Diplome, Zertifikate, Zeugnisse).

    und/oder

    Gesellschaftliche Anerkennung: die Anerkennung des Wertes von Kenntnissen, Fähigkeiten und Kompetenzen durch Akteure aus Wirtschaft und Gesellschaft.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Anpassungsfähigkeit

    Definition: 

    Die Fähigkeit einer Organisation oder Person, sich auf neue Technologien, neue Marktbedingungen und neue Arbeitsmuster einzustellen.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • arbeitsnahes Lernen / arbeitsgestütztes Lernen

    Definition: 

    Erwerb von Kenntnissen und Kompetenzen durch Ausführung von – und Reflexion über – Aufgaben in einem beruflichen Kontext, entweder im Betrieb (Beispiel: alternierende Ausbildung) oder in einerBerufsbildungseinrichtung.

    Quelle: 
    Cedefop, 2011.
  • Arbeitsvermittlung

    Definition: 

    Bezeichnet die Unterstützung des Einzelnen bei der Suche nach einer Stelle, die seinen Kompetenzen entspricht.

    Anmerkung: 
    • die Arbeitsvermittlung kann durch die öffenliche Arbeitsverwaltung oder durch private Arbeitsvermittlungsdienste erfolgen, aber auch durch Schulen und Universitäten;
    • die Arbeitsvermittlung umfasst Tätigkeiten wie die Erstellung eines Lebenslaufs, die Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche, eine Überprüfung der Kompetenzen sowie Beratung und Orientierung;
    • im Englischen kann „job placement“ außerdem ein Unternehmenspraktikum bezeichnen, d. h. ein Praktikum, das Schüler oder Studierende im Laufe ihrer Schul- oder Studienzeit in einem Unternehmen absolvieren können.
    Quelle: 
    Cedefop, 2011.
  • Attraktivität der Berufsbildung

    Definition: 

    Bezeichnet die Fähigkeit der Berufbildung:

    • zu einer bewussten Entscheidung für die Berufsbildung zu ermutigen;
    • hochwertige Qualifikationen zu bieten, die Karriereaussichten eröffnen;
    • Arbeitgeber zu überzeugen, Absolventen beruflicher Bildungsgänge einzustellen.
    Anmerkung: 

    Die Attraktivität der Berufsbildung hängt von verschiedenen Faktoren ab:

    • Ansehen der Berufsbildung und gleiche Wertschätzung wie für andere Bildungswege;
    • Flexibilität der Bildungswege und Mobilität zwischen beruflicher und akademisch ausgerichteter Bildung;
    • Qualität des Berufbildungsangebots;
    • Beteiligung der Interessengruppen, einschließlich der Sozialpartner, an der Berufsbildung und vom Beratungs- und Orientierungsangebot.
    Quelle: 
    Cedefop.
  • Ausbau von Qualifikationen (Upskilling)

    Definition: 

    Gezielte kurzfristige Ausbildungsmaßnahmen, die in der Regel auf die Erstausbildung folgen und darauf ausgerichtet sind, die in der vorangegangenen Ausbildung erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und/oder Kompetenzen zu ergänzen, zu verbessern oder zu aktualisieren.

    Anmerkung: 

    Cedefop, 2004.

    Quelle: 
    Cedefop, 2004.
  • Ausbilder

    Definition: 

    Jede Person, die – sei es in einer Bildungs- bzw. Ausbildungseinrichtung oder im Betrieb – eine oder mehrere Aufgaben wahrnimmt, die der (theoretischen oder praktischen) Ausbildungsfunktion zuzurechnen sind.

    Anmerkung: 
    • die Ausbilder lassen sich in zwei Kategorien untergliedern:
      • hauptamtliche Ausbilder sind erfahrene Fachleute, die eine pädagogische Ausbildung absolviert haben, welche sie zur Vermittlung beruflicher Bildung qualifiziert. Ihre beruflichen Aufgaben können ähnlich gelagert sein wie die Aufgaben von Lehrkräften in beruflichen Bildungseinrichtungen;
      • nebenamtliche Ausbilder sind berufliche Fachkräfte, die – gestützt auf ihre fachliche Kompetenz – im Rahmen ihrer regulären beruflichen Tätigkeit punktuell auch Ausbildungsaufgaben übernehmen, entweder im Betrieb selbst (wo sie als Mentoren und Tutoren neu eingestellte Arbeitskräfte und Lehrlinge einarbeiten und unterweisen, in der betrieblichen Fortbildung als Ausbilder fungieren usw.) oder außerhalb des Betriebs (beispielsweise in einer beruflichen Bildungseinrichtung);
    • zu den Aufgaben eines Ausbilders zählen:
      • die Konzeption von Ausbildungsmaßnahmen;
      • die Organisation und Durchführung dieser Maßnahmen;
      • die Vermittlung der Ausbildung an sich, d. h. die Vermittlung von Kenntnissen, Know-how und Kompetenzen;
      • die Unterstützung der Lernenden beim Kompetenzerwerb durch Beratung, Unterweisung und Feedback über den gesamten Lernprozess hinweg.
    Quelle: 
    Cedefop, 2004; AFPA, 1992.
  • Ausbildung am Arbeitsplatz

    Definition: 

    Berufliche Bildung, die im Rahmen der normalen Arbeitssituation vermittelt wird. Eine Ausbildung am Arbeitsplatz kann für sich genommen oder in Kombination mit einer Ausbildung außerhalb des Arbeitsplatzes vermittelt werden.

    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus Unesco, 1979.
  • Ausbildung außerhalb des Arbeitsplatzes

    Definition: 

    Berufliche Bildung, die jenseits der normalen Arbeitssituation vermittelt wird. Die Ausbildung außerhalb des Arbeitsplatzes ist in der Regel im Rahmen eines umfassenderen Ausbildungsprogramms mit einer Ausbildung am Arbeitsplatz kombiniert.

    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus Unesco, 1979.
  • Ausbildung der Ausbilder

    Definition: 

    Bezeichnet die theoretisch oder praktisch ausgelegte Ausbildung, die für Lehrkräfte und Ausbilder bestimmt ist.

    Anmerkung: 

    Ausbildungsangebote für Ausbilder

    • wenden sich an Personen, die Lehr- bzw. Ausbildungsaufgaben wahrnehmen, entweder (a) als hauptamtliche Lehrkräfte oder Ausbilder oder (b) als berufliche Fachkräfte, die den Lernenden in dem betreffenden Fachgebiet am Arbeitsplatz betreuen und unterweisen (nebenamtliche Lehrkräfte oder Ausbilder);
    • dienen der Vermittlung einer breiten Palette von Kompetenzen: Vermittelt werden beispielsweise (allgemeine, technische, wissenschaftliche oder berufliche) Fachkenntnisse, pädagogische, psychologische und soziologische Kompetenzen, Kompetenzen im Bereich Management, Kenntnisse über die Arbeitswelt sowie Kenntnisse über Ausbildungsstrukturen bzw. –systeme und einschlägige Zielgruppen;
    • beinhalten auch Lehrangebote in den Bereichen Ausbildungsplanung und –design, Organisation und Durchführung von Ausbildungsmaßnahmen sowie Ausbildungsvermittlung, d. h. Vermittlung von Kenntnissen, Know-how und Kompetenzen.
    Quelle: 
    Cedefop, 2004.
  • Ausbildungsberuf / reglementierter Beruf

    Definition: 

    Eine berufliche Tätigkeit oder eine Gruppe beruflicher Tätigkeiten, deren Aufnahme oder Ausübung (oder eine der Arten der Ausübung) direkt oder indirekt durch Rechts- oder Verwaltungsvorschriften an den Besitz bestimmter Berufsqualifikationen gebunden ist.

    Quelle: 
    European Parliament and Council of the European Union, 2005.
  • Ausbildungsplanung und -design

    Definition: 

    Satz konsistenter methodischer Ansätze, die anhand festgelegter Ziele zur Konzeption und Planung von Ausbildungsmaßnahmen und -programmen angewendet werden.

    Anmerkung: 

    Ausbildungsplanung und -design umfasst die Analyse von Ausbildungsnachfrage und -bedarf, die Konzeption des Ausbildungsprojekts, die Koordinierung und die Überwachung seiner Umsetzung sowie die Bewertung der Auswirkungen der Ausbildung.

    Quelle: 
    leicht verändeert übernommen aus Le Préau, 2002.
  • ausstellende Stelle oder Behörde

    Definition: 

    Bezeichnet eine Stelle, die Qualifikationen (Befähigungsnachweise, Bescheinigungen, Diplome, Zertifikate oder Zeugnisse) ausstellt, durch die die Lernergebnisse (Wissen, Fähigkeiten und/oder Kompetenzen) einer Person in Folge eines Bewertungsverfahrens formal anerkannt werden.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Befähigungsnachweis / Bescheinigung / Diplom / Zertifikat / Zeugnis / Titel

    Definition: 

    Ein offizielles, von einer ausstellenden Stelle oder Behörde vergebenes Dokument, mit dem die Leistungen einer Person nach Bewertung gemäß einem festgelegten Standard erfasst weden.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Beratung und Orientierung / Information, Beratung und Orientierung

    Definition: 

    Bezeichnet Maßnahmen und Aktivitäten zur Unterstützung des Einzelnen bei der (bildungsbezogenen, beruflichen, persönlichen) Entscheidungsfindung und der Umsetzung der betroffenen Entscheidungen vor und nach dem Einstieg ins Erwerbsleben.

    Anmerkung: 
    • Beratung und Orientierung kann im Einzelnen Folgendes umfassen:
      • Beratung (im Hinblick auf die persönliche oder berufliche Entwicklung, Bildungsberatung),
      • Bewertung (psychologische oder kompetenz- bzw. leistungsbezogene Bewertung),
      • Information über Ausbildungsangebote, Beschäftigungsaussichten und Karriereplanung,
      • Konsultation mit Berufskollegen, Verwandten sowie Lehrern bzw. Ausbildern der zu beratenden Person,
      • berufsvorbereitende Maßnahmen (Valorisierung von Kompetenzen und Arbeitserfahrung für die Arbeitsuche),
      • Weitervermittlung an andere Bildungs- und Berufsberatungsexperten.
    • Beratung und Orientierung kann in Schulen, Ausbildungseinrichtungen, Arbeitsämtern, Betrieben, kommunalen Einrichtungen und in anderen Zusammenhängen erfolgen.
    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Beruf / berufliche Tätigkeit / Beschäftigung

    Definition: 

    Bündel von Tätigkeiten, das durch bestimmte Aufgaben und Pflichten gekennzeichnet ist, die sich stark ähneln.

    Quelle: 
    ILO, 2008.
  • berufliche Tätigkeit

    Definition: 

    Aufgaben und Pflichten, die eine Person – die auch Arbeitgeber oder selbständig sein kann – ausführt oder ausführen soll.

    Quelle: 
    ILO, 2008.
  • berufliche Weiterbildung

    Definition: 

    Maßnahmen zur Verbesserung der beruflichen Leistungen.

    Anmerkung: 

    berufliche Weiterbildung:

    • kann sich auf spezifische Fähigkeiten und allgemeine Fähigkeiten (Teamfähigkeit oder Zeitmanagement, Verhandlungskompetenzen, Konfliktmanagement, Kommunikation usw.) beziehen;
    • kann in Form von Selbstlernen, formaler Ausbildung, Beratung, Konferenzen, Coaching oder Mentoring, praxisbezogenen Gemeinschaften oder technischer Unterstützung stattfinden.
    Quelle: 
    Cedefop; Wikipedia, 2012.
  • Berufsbildung / berufliche Bildung

    Definition: 

    Bildungs- und Ausbildungsangebote, die Kenntnisse, Know-how, Fähigkeiten und/oder Kompetenzen vermitteln, die für bestimmte berufliche Tätigkeiten oder allgemein auf dem Arbeitsmarkt benötigt werden.

    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus European Training Foundation, 1997.
  • Beschäftigungsfähigkeit

    Definition: 

    Kombination von Faktoren, mit der eine Person sich so entwickelt, dass eine Beschäftigung möglich wird oder die Person einen Arbeitsplatz findet, diesen behält und sich in ihrem Berufsleben weiterentwickelt.

    Anmerkung: 

    Die Beschäftigungsfähigkeit hängt ab von:

    • den persönlichen Eigenschaften (einschließlich der Angemessenheit von Kenntnissen und Kompetenzen);
    • der Art und Weise, wie diese persönlichen Eigenschaften auf dem Arbeitsmarkt dargestellt werden;
    • dem Umfeld und den sozialen Bedingungen (d. h. vorhandene Anreize und Möglichkeiten, Kenntnisse und Kompetenzen aufzufrischen und zu validieren); und auf,
    • dem wirtschaftlichen Hintergrund.
    Quelle: 
    Cedefop, 2008, leicht verändert übernommen aus Scottish Executive, 2007; The Institute for Employment Studies, 2007.
  • Bewertung von Lernergebnissen

    Definition: 

    Verfahren zur Beurteilung von Kenntnissen, Know-how und/oder Kompetenzen einer Person gemäß festgelegten Kriterien (Lernerwartungen, Messung von Lernergebnissen). Die Bewertung führt normalerweise zu einer Zertifizierung.

    Anmerkung: 

    In der englischsprachigen Literatur bezieht sich der Begriff „assessment“ in der Regel auf die Beurteilung von Personen; die Beurteilung von Ausbildungsmethoden oder -anbietern wird meist als „evaluation“ bezeichnet.

    Quelle: 
    Cedefop, 2004.
  • Bildungsstand / Bildungsniveau / Bildungsgrad

    Definition: 

    Höchster allgemeiner oder beruflicher Bildungsabschluss, den eine Person erworben hat.

    Anmerkung: 

    Der Bildungsstand / das Bildungsniveau / der Bildungsgrad:

    • entspricht dem höchsten erfolgreich abgeschlossenen Bildungsgang, der in der Regel durch eine Qualifikation bescheinigt wird;
    • kann in ISCED- oder EQF-Niveaus ausgedrückt werden.
    Quelle: 
    Cedefop; Unesco, 2011.
  • Bürgergesellschaft / Zivilgesellschaft

    Definition: 

    Der „dritte Sektor“ der Gesellschaft neben staatlichem Sektor und Unternehmenssektor, der (strukturierte oder informelle) Institutionen, Gruppen und Vereinigungen/Verbände umfasst und als Mittler zwischen Behörden und Bürgern fungiert.

    Quelle: 
    Cedefop, 2001 in European Commission, 2001.
  • Computerkompetenz / digitale Kompetenz / Medienkompetenz

    Definition: 

    Die Fähigkeit, die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) einzusetzen.

    Anmerkung: 

    Computerkompetenz wird unterstützt durch Grundkenntnisse der IKT: Benutzung von Computern, um Informationen abzufragen, zu bewerten, zu speichern, zu produzieren, zu präsentieren und auszutauschen, über das Internet zu kommunizieren und an Kooperationsnetzen teilzunehmen.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008; European Parliament and Council of the European Union, 2006.
  • Curriculum

    Definition: 

    Gesamtpaket vom Maßnahmen, das bei der Gestaltung, Organisation und Planung eines Angebots im Rahmen der allgemeinen und beruflichen Bildung umgesetzt wird. Dies umfasst die Festlegung der Lernergebnisse, -inhalte, -methoden (einschließlich Leistungsbewertung) und -mittel sowie Regelungen für die Ausbildung von Lehrkräften und Ausbildern.

    Anmerkung: 

    Der Begriff Curriculum bezieht sich auf die Gestaltung, Organisation und Planung von Lernmaßnahmen. Der Begriff Programm hingegen bezieht sich auf die Umsetzung dieser Maßnahmen.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008; Landsheere, 1979.
  • digitale Kluft / digitale Spaltung

    Definition: 

    Die Kluft zwischen Bevölkerungsgruppen, die Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) haben und diese wirksam nutzen können, und den Gruppen, die diese Möglichkeit nicht haben.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Durchlässigkeit der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung

    Definition: 

    Die Fähigkeit der Bildungs- und Berufsbildungssysteme, den Lernenden Folgendes zu ermöglichen:

    • den Zugang zu und den Wechsel zwischen verschiedenen Bildungswegen (Bildungsgängen, Bildungsstufen) und –systemen;

    • die Validierung von Lernergebnissen aus anderen Systemen oder aus nicht formalen/informellen Zusammenhängen.

    Anmerkung: 
    • Die Durchlässigkeit der System kann verbessert werden durch:
      • die Modularisierung der Bildungswege und die Festlegung von Lernergebniseinheiten;
      • die Einführung von Qualifikationsrahmen, durch die die verschiedenen Qualifikationen zueinander in Bezug gesetzt werden und damit die Verbesserung ihrer Lesbarkeit innerhalb eines Landes und von einem Land zum anderen;
      • die Einrichtung von Systemen zur Anrechnung von Bildungsleistungen (Leistungspunkte- oder Credit-Systeme);
    • Durchlässigkeit kann bestehen in Bezug auf die Richtung (vertikal/horizontal), die Zugangskriterien (individuell oder kollektiv), die Zulassung oder Ausnahmeregelungen, den Grad der Formalisierung (z. B. auf der Ebene der Einrichtung oder auf Systemebene).
    Quelle: 
    Cedefop.
  • eLernen (e-learning)

    Definition: 

    Bezeichnet Lernen, das durch Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) unterstützt ist.

    Anmerkung: 
    • eLernen beschränkt sich nicht nur auf „digitale Bildung“ (Erwerb von IKT-Kompetenzen). Dazu gehören können auch unterschiedlichste Formate und hybride Methoden: der Einsatz von Software, Internet, CD-ROM, Online-Lernen oder anderer elektronischer bzw. interaktiver Medien;
    • eLernen kann sowohl in der Fernlehre als auch unterstützend im Präsenzunterricht eingesetzt werden.
    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Erstausbildung

    Definition: 

    Bezeichnet die allgemeine und/oder berufliche Bildung, die der Einzelne im Rahmen des Erstausbildungssystems – in der Regel vor dem Übergang ins Erwerbsleben – erwirbt.

    Anmerkung: 
    • manche Autoren zählen auch Ausbildungsgänge, die der Einzelne erst nach dem Übergang ins Erwerbsleben antritt und erfolgreich abschließt (z. B. eine Umschulung), zur Erstausbildung;
    • die Erstausbildung kann auf allen Ebenen des allgemeinen oder beruflichen Bildungswesens (in Form einer schulischen Vollzeitausbildung oder einer alternierenden Ausbildung) bzw. in Form der Lehrlingsausbildung erfolgen.
    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Erwachsenenbildung

    Definition: 

    Bezeichnet allgemeine oder berufliche Bildungsangebote für Erwachsene, die nach der (beruflichen) Erstausbildung belegt werden können, um berufliche oder persönliche Zwecke zu verfolgen; Erwachsenenbildung zielt auf Folgendes ab:

    • Bereitstellung von allgemeinbildenden Lernangeboten für Erwachsene in Bereichen, die für sie von besonderem Interesse sind (beispielsweise im Rahmen offener Universitäten);
    • Ermöglichung von kompensatorischem Lernen zum Erwerb von Grundqualifikationen, die der Einzelne im Rahmen seiner Erstausbildung unter Umständen nicht erworben hat (beispielsweise Rechtschreib-, Lese- und Rechenkenntnisse) und somit
    • Eröffnung eines Zugangs zu Qualifikationen, die sich der Einzelne im allgemeinen und beruflichen Erstausbildungssystem aus den unterschiedlichsten Gründen nicht angeeignet hat;
    • Erwerb, Ausbau und Aktualisierung von Kompetenzen in einem spezifischen Bereich: Hier geht es also um Fort- und Weiterbildung.
    Anmerkung: 

    Erwachsenenbildung ist eng verwandt, aber nicht synonym mit Fort- und Weiterbildung.

    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus European Training Foundation 1997; Cedefop, 2004.
  • Europäischer Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung

    Definition: 

    Referenzinstrument, das den EU-Mitgliedstaaten und den anderen Teilnehmerländern helfen soll, die Qualität ihrer Berufsbildungssysteme weiterzuentwickeln, zu verbessern, zu orientieren und zu bewerten.

    Anmerkung: 

    Die im Bezugsrahmen vorgeschlagene Methodik stützt sich auf folgende Elemente:

    • einen Zyklus, der aus vier Phasen (Planung, Umsetzung, Bewertung und Überprüfung) besteht und für Berufsbildungsanbieter/ -systeme definiert ist;
    • Qualitätskriterien und als Richtgrößen zu verstehende Deskriptoren für jede Phase des Zyklus;
    • gemeinsame Indikatoren, die eine Bewertung der Ziele, Methoden, Prozesse und Ergebnisse der Ausbildung ermöglichen. Manche Indikatoren beziehen sich auf statistische Daten, andere sind qualitativer Natur.
    Quelle: 
    Cedefop, leicht verändert übernommen aus European Parliament and Council of the European Union, 2009(b).
  • Europäischer Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (EQR)

    Definition: 

    Referenzinstrument für die Beschreibung und den Vergleich von Qualifikationsniveaus in Qualifikationssystemen, die auf nationaler, internationaler oder sektoraler Ebene entwickelt wurden.

    Anmerkung: 
    • den Kern des EQR bilden acht Referenzniveaus, die im Sinne von Lernergebnissen (Kombination aus Kenntnissen, Fähigkeiten und/oder Kompetenzen) beschrieben werden, sowie Mechanismen und Grundsätze für die freiwillige Zusammenarbeit;
    • diese acht Niveaus decken sämtliche Qualifikationen ab – angefangen bei grundlegenden Kenntnissen, Fähigkeiten und Kompetenzen bis hin zu den Qualifikationen, die auf der höchsten Stufe akademischer und beruflicher Aus- und Weiterbildung verliehen werden;
    • der EQR dient als „Übersetzungshilfe“ zwischen den verschiedenen Qualifikationssystemen.
    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus European Parliament and Council of the European Union, 2008.
  • Europäisches Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (ECVET)

    Definition: 

    Technischer Rahmen für die Anrechnung, Validierung und gegebenenfalls Akkumulierung der Lernergebnisse, die eine Einzelperson im Hinblick auf den Erwerb einer Qualifikation erreicht hat. Zu den Instrumenten und der Methodik des ECVET gehören die Beschreibung der Qualifikationen in Einheiten von Lernergebnissen mit entsprechenden Punkten, ein Anrechnungs- und Akkumulierungsprozess und ergänzende Unterlagen wie Lernvereinbarungen, Leistungsnachweise und ECVET-Benutzerleitfäden.

    Anmerkung: 

    Ziel dieses Systems ist die Förderung folgender Aspekte:

    • Mobilität der Personen, die (Aus-)Bildungsangebote wahrnehmen;
    • Akkumulierung, Übertragung und Validierung von Lernergebnissen (formal, nicht formal oder informell), die in verschiedenen Ländern erzielt wurden;
    • Umsetzung des lebenslangen Lernens;
    • Transparenz von Qualifikationen;
    • gegenseitiges Vertrauen und Zusammenarbeit zwischen Berufsbildungsanbietern in Europa.

    ECVET beruht auf der Festlegung von Qualifikationen anhand von Lernergebnissen (Kenntnisse, Fähigkeiten und/ oder Kompetenzen), die in übertragbare und akkumulierbare Lerneinheiten untergliedert werden, denen Leistungspunkte (Credits) zugeordnet werden, die in einer individuellen Datenabschrift der Lernergebnisse festgehalten werden.

    Quelle: 
    Cedefop; European Parliament and Council of the European Union, 2009a.
  • Europäisches Regieren / Europäische Steuerung / Europäische „Governance“ / Regieren in Europa

    Definition: 

    Die Regeln, Verfahren und Verhaltensweisen, die für die Ausübung von Befugnissen auf europäischer Ebene eingeführt wurden.

    Anmerkung: 
    • diese Steuerung muss sicherstellen, dass die öffentlichen Ressourcen wirksam und effizient verwaltet werden und dass Probleme unter Berücksichtigung der wichtigsten Bedürfnisse der Gesellschaft angegangen werden;
    • eine wirksame Steuerung beruht auf der Beteiligung der Bürger, Verantwortlichkeit, Transparenz, Wirksamkeit und Kohärenz.
    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus Eurovoc thesaurus, 2005.
  • Europäisches System zur Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen (ECTS)

    Definition: 

    Systematisches Vorgehen zur Ausarbeitung eines Hochschulprogramms, dessen Bestandteilen (Module, Kurse, Praktika, Abschlussarbeiten usw.) Leistungspunkte (Credits) zugeordnet werden. Hierbei werden die folgenden Ziele verfolgt:

    • Studienprogramme, die für inländische und ausländische Studierende gleichermaßen einfach verständlich und vergleichbar sind;
    • Erleichterung der Mobilität von Studierenden und Validierung von Lernergebnissen;
    • Unterstützung von Universitäten bei der Organisation und Überarbeitung ihrer Studienprogramme.
    Anmerkung: 

    Das ECTS beruht auf dem Arbeitspensum, das die Studierenden absolvieren müssen, um die Ziele eines Programms zu erreichen, die in Form von Lernergebnissen festgelegt sind. Das Arbeitspensum von Studierenden im Rahmen eines Vollzeit- Studiengangs beträgt in Europa in den meisten Fällen ca. 1 500-1 800 Stunden pro Jahr; in diesen Fällen entspricht ein Credit 25-30 Arbeitsstunden. Personen, die vergleichbare Lernergebnisse vorweisen können, die in anderen Lernkontexten erzielt wurden, können diese bei den ausstellenden Stellen oder Behörden anerkennen lassen und Credits (Anrechnungspunkte) erhalten.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008, leicht verändert übernommen aus European Commission, 2004.
  • Europass

    Definition: 

    Ein Bündel von fünf Dokumenten, die den Bürgern helfen, ihre eigenen Fähigkeiten, Kompetenzen und Qualifikationen leicht nachvollziehbar darzustellen, wenn sie in einem (anderen) europäischen Land arbeiten, studieren oder eine Ausbildung absolvieren möchten.

    • Den Europass-Lebenslauf und den Europass-Sprachenpass füllen die Bürger selbst aus;
    • drei weitere Dokumente werden Bürgern ausgestellt, die in einem anderen europäischen Land einen Lernaufenthalt absolviert (Europass-Mobilitätsnachweis), den Abschluss eines formalen beruflichen Bildungsgangs erworben (Zeugniserläuterungen) oder ein Hochschulstudium abgeschlossen haben (Diplomzusatz).
    Anmerkung: 

    Der Europass fördert die angemessene Anerkennung von Lernergebnissen, die in formalen, nicht formalen oder informellen Zusammenhängen erworben wurden.

    Quelle: 
    Cedefop.
  • Evaluation/Evaluierung der allgemeinen und beruflichen Bildung

    Definition: 

    Beurteilung des Werts einer Intervention, eines Ausbildungsprogramm oder einer Bildungspolitik anhand von Kriterien und festgelegten Standards (z. B. im Hinblick auf Relevanz und Effizienz).

    Quelle: 
    Cedefop, 2011.
  • Fernunterricht in der allgemeinen und beruflichen Bildung

    Definition: 

    Durch Kommunikationsmedien (Bücher, Hörfunk, TV, Telefon, Schriftverkehr, Computer und Video) auf Distanz erteilter Unterricht.

    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus ILO, 1979.
  • formales Lernen

    Definition: 

    Lernen, das in einem organisierten und strukturierten Kontext (z. B. in einer Einrichtung der allgemeinen oder beruflichen Bildung oder am Arbeitsplatz) stattfindet, explizit als Lernen bezeichnet wird und (in Bezug auf Lernziele, Lernzeit oder Lernförderung) strukturiert ist. Formales Lernen ist aus der Sicht des Lernenden zielgerichtet und führt im Allgemeinen zur Zertifizierung.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Fort- und Weiterbildung

    Definition: 

    Jede Form von Bildung und Ausbildung, die nach Abschluss der Erstausbildung – oder nach dem Eintritt ins Berufsleben – absolviert wird und dem Einzelnen helfen soll:

    • die eigenen Kenntnisse und/oder Kompetenzen zu verbessern oder zu aktualisieren,
    • mit Blick auf beruflichen Aufstieg oder Umschulung neue Kompetenzen zu erwerben,
    • sich persönlich oder beruflich weiterzuentwickeln.
    Anmerkung: 

    Weiterbildung ist Bestandteil des lebenslangen Lernens und kann Bildung in jeglicher Form umfassen (d. h. allgemeine, fachliche oder berufliche Bildung, formales oder nicht formales Lernen usw.). Weiterbildung ist ein wesentlicher Faktor für die Beschäftigungsfähigkeit des Einzelnen.

    Quelle: 
    Cedefop, 2004.
  • gegenseitige Anerkennung von Qualifikationen

    Definition: 

    Anerkennung von Qualifikationen (Befähigungsnachweise, Bescheinigungen, Diplome, Zertifikate, Zeugnisse oder Titel), die in oder von einem/einer oder mehreren Staaten oder Organisationen verliehen wurden, durch einen/eine oder mehrere Staaten oder Organisationen.

    Anmerkung: 

    Die gegenseitige Anerkennung kann bilateral (zwischen zwei Staaten oder Organisationen) oder multilateral (z. B. in der Europäischen Union oder zwischen Unternehmen desselben Sektors) erfolgen.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Geringqualifizierte(r) / gering qualifizierte Person Geringqualifizierte(r) / gering qualifizierte Person

    Definition: 

    Person, deren Bildungsniveau niedriger ist als ein vorgegebener Standard.

    Anmerkung: 
    • Das Standardniveau, unterhalb dessen eine Person als gering qualifiziert betrachtet wird, hängt beispielsweise vom allgemeinen Bildungsniveau in der Gesellschaft oder vom Qualifikationsniveau innerhalb eines Berufsbereichs ab.
    • Das konkrete Qualifikationsniveau einer Person umfasst auch Ergebnisse des nicht formalen Lernens, die durch Fort- und Weiterbildung, Arbeitserfahrung oder persönliche Entwicklung erworben wurden.
    • In der Europäischen Union gilt eine Person als gering qualifiziert, wenn ihr Bildungsstand unter dem in der ISCED definierten Niveau des Sekundarbereichs II liegt.
    Quelle: 
    Cedefop.
  • Grundkompetenzen / Grundfertigkeiten / Basis-, Kernqualifikationen

    Definition: 

    Bezeichnet die Fähigkeiten, die für die Lebensbewältigung in zeitgenössischen Gesellschaften nötig sind, wie z. B. die Fähigkeit, ein Gespräch zu führen (Reden und Zuhören) sowie Lese-, Schreib- und Rechenkenntnisse.

    Anmerkung: 

    Im Zusammenspiel mit den neuen Grundkompetenzen bilden die Grundkompetenzen die Schlüsselkompetenzen.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • grundlegende Kompetenzen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) / grundlegende IKT-Kompetenzen

    Definition: 

    Bezeichnet die Kompetenzen, die erforderlich sind, um die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in ihren Grundfunktionen wirksam einsetzen zu können, um Informationen abzufragen, zu bewerten, zu speichern, zu produzieren, zu präsentieren und auszutauschen, über das Internet zu kommunizieren und an Kooperationsnetzen teilzunehmen.

    Anmerkung: 

    grundlegende IKT Kompetenzen sind jetzt Teil der Schlüsselkompetenzen.

    Quelle: 
    European Parliament and Council of the European Union (2006); Cedefop, 2012.
  • grüne Kompetenzen

    Definition: 

    Fähigkeiten, die für das Leben in einer Gesellschaft benötigt werden, in der die negativen Auswirkungen menschlicher Tätigkeiten auf die Umwelt verringert werden sollen.

    Anmerkung: 
    • allgemeine grüne Kompetenzen sind grundlegend und wegweisend für die Sensibilisierung für Umweltfragen und die Entwicklung und Umsetzung resssourcenschonender Tätigkeiten, Öko-Bürgerschaft usw;
    • spezifische grüne Kompetenzen werden für die Einführung von Standards und Verfahrensweisen zum Schutz der Ökosysteme und der Biodiversität sowie zur Verringerung des Energie-, Rohstoff- und Wasserverbrauchs benötigt;
    • hochspezialisierte grüne Kompetenzen werden zur Entwicklung und Einführung grüner Technologien wie bespielsweise in den Bereichen erneuerbare Energien, Abwasserbehandlung oder Recycling benötigt.
    Quelle: 
    Cedefop
  • Gymnasialabschluss / Abitur (Deutschland) / Reifeprüfung (Österreich)

    Definition: 

    Abschlussprüfung des Sekundarbereichs II zur Zertifizierung der Lernergebnisse von Lernenden, die gemäß einem bestimmten Bewertungsverfahren durchgeführt wird.

    Anmerkung: 
    • nicht alle Abschlüsse bzw. Befähigungsnachweise eröffnen zwangsläufig den Zugang zur Hochschulbildung;
    • Abschlüsse in den einzelnen Ländern tragen unterschiedliche Bezeichnungen, z. B.:

    Österreich

    • Reifeprüfungszeugnis (allgemeinbildender Sekundarbereich II, allgemeine Hochschulreife) oder Reife- und Diplomprüfungszeugnis (berufsbildender Sekundarbereich II, Doppelqualifikation: allgemeine Hochschulreife und berufliche Qualifikationen)
    • Berufsreifeprüfungszeugnis (allgemeine Hochschulreife, inkludiert Validierung beruflich erworbener Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen)

    Deutschland

    • Abitur (allgemeine Hochschulreife)
    • Fachabitur (Fachhochschulreife)

    Irland

    • Leaving certificates (Schulabschlusszeugnisse)

    Frankreich

    • Baccalauréat
      • baccalauréat général (allgemeinbildendes Schulwesen)
      • baccalauréat technologique (allgemeinbildendes und technisches Schulwesen)
      • baccalauréat professionnel (berufsbildendes Schulwesen, das eine berufsqualifizierende Ausbildung vermittelt)

    Portugal

    • diploma do ensino secundário (allgemeine Bildung)
    • diploma de qualificação (allgemeine und berufliche Bildung / doppelter Befähigungsnachweis)

    Vereinigtes Königsreich

    • allgemeinbildende Abschlüsse
      • GCE A level (advanced general certificate of education)
      • GCE AS level (advanced subsidiary general certificate of education)
      • NQ advanced higher (national qualifications advanced higher level)
      • NQ higher (national qualifications higher level)
      • Scottish baccalaureate
      • Welsh baccalaureate
    • berufsbildende Abschlüsse
      • GCE A levels in applied subjects (advanced general certificate of education in applied subjects)
      • GCE AS levels in applied subjects (advanced subsidiary general certificate of education in applied subjects)
    Quelle: 
    Cedefop, 2004; Ministère de l’éducation nationale
  • Humankapital

    Definition: 

    Kenntnisse, Fähigkeiten, Kompetenzen und Eigenschaften einer Person, die den persönlichen, sozialen und wirtschaftlichen Lebensbedingungen zugutekommen.

    Quelle: 
    OECD, 2001.
  • individuelles Lernkonto

    Definition: 

    System öffentlicher Anreize zur Erleichterung des Zugangs zum Lernen für Erwachsene. Es richtet sich beispielsweise na Personen, die noch keine öffentlich finanzierten allgemeinen oder beruflichen Bildungsangebote in Anspruch nehmen.

    Anmerkung: 

    Mit individuellen Lernkonten soll eine breitere Beteiligung an beruflicher und persönlicher Entwicklung gefördert werden, indem Unterstützungsleistungen angeboten werden. Diese Unterstützung kann entweder finanziell erfolgen oder in Form von Zeit in Anspruch genommen werden, die die Lerner in den Einrichtungen ihrer Wahl verbringen können.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT / IuK-Technologie)

    Definition: 

    Bezeichnung für Technologien, die es erlauben, Informationen auf elektronischem Weg zu erfassen, zu speichern, abzurufen, zu verarbeiten, zu übertragen und zu verbreiten.

    Quelle: 
    Cedefop, 2004.
  • informelles Lernen

    Definition: 

    Lernen, das im Alltag, am Arbeitsplatz, im Familienkreis oder in der Freizeit stattfindet. Es ist in Bezug auf Lernziele, Lernzeit oder Lernförderung nicht organisiert oder strukturiert. Informelles Lernen ist in den meisten Fällen aus Sicht des Lernenden nicht ausdrücklich beabsichtigt.

    Anmerkung: 

    •Die Ergebnisse des informellen Lernens können validiert und zertifiziert werden.,•Informelles Lernen wird auch als Erfahrungslernen bezeichnet.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • ISCED 0 – Frühkindliche Bildung und Erziehung

    Definition: 

    Dieser Bereich umfasst ganzheitlich konzipierte Programme zur Unterstützung der frühen kognitiven, körperlichen, sozialen und emotionalen Entwicklung und zur Heranführung kleiner Kinder an Formen des organisierten Unterrichts außerhalb des Familienumfelds.

    Anmerkung: 

    Es gibt weltweit viele verschiedene Bezeichnungen für Programme, die diesem Bildungsbereich zuzuordnen sind, beispielsweise frühkindliche Bildung und Entwicklung, Kindergarten, Elementarbereich, Vorschule oder educación inicial.

    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus Unesco, 2011.
  • ISCED 1 – Primarbereich ISCED 1 – Primarbereich

    Definition: 

    Dieser Bereich umfasst Bildungsgänge, die grundlegende Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeiten sowie solide Grundlagen für das Lernen und Verstehen von wichtigen Wissensbereichen und die persönliche und soziale Entwicklung als Vorbereitung auf den Sekundarbereich I vermitteln.

    Anmerkung: 

    Es gibt weltweit viele verschiedene Bezeichnungen für Bildungsgänge, die diesem Bildungsbereich zuzuordnen sind, beispielsweise Primarbereich, Grundschule oder grundlegende Schulbildung (erster Abschnitt / untere Klassen der Grundbildung, wenn diese in Form eines einheitlichen durchgehenden Bildungsgangs organisiert ist, der die ISCED-Stufen 1 und 2 umfasst).

    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus Unesco, 2011.
  • ISCED 2 – Sekundarbereich I

    Definition: 

    Dieser Bereich umfasst Bildungsgänge, die auf den Lernergebnissen der ISCED-Stufe 1 aufbauen. Üblicherweise sind die Bildungsangebote der ISCED-Stufe 2 darauf ausgerichtet, eine Grundlage für lebenslanges Lernen und Persönlichkeitsentwicklung zu schaffen, an der dann die weiterführende formale Bildung im Rahmen der Bildungssysteme ansetzen kann. In manchen Bildungssystemen werden auf der ISCED-Stufe 2 bereits berufliche Bildungsgänge angeboten, in denen die Schülerinnen und Schüler arbeitsmarktrelevante Fertigkeiten und Kompetenzen erwerben können.

    Anmerkung: 

    Es gibt weltweit viele verschiedene Bezeichnungen für Bildungsgänge, die diesem Bildungsbereich zuzuordnen sind, beispielsweise Sekundarschule (erster Abschnitt / untere Klassen der Sekundarschule, wenn eine Schulform die ISCED-Stufen 2 und 3 umfasst), junior secondary school, middle school oder junior high school.

    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus Unesco, 2011.
  • ISCED 3 – Sekundarbereich II

    Definition: 

    Dieser Bereich umfasst Bildungsgänge, die zum Abschluss des Sekundarbereichs führen und auf ein Hochschulstudium vorbereiten und/oder arbeitsmarktrelevante Fertigkeiten und Kenntnisse vermitteln.

    Anmerkung: 

    Es gibt weltweit viele verschiedene Bezeichnungenfür Bildungsgänge, die diesem Bildungsbereich zuzuordnen sind, beispielsweise Sekundarschule (zweiter Abschnitt / Oberstufe), senior secondary school, (senior) high school.

    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus Unesco, 2011.
  • ISCED 4 – Postsekundäre nicht-tertiäre Bildung

    Definition: 

    Dieser Bereich umfasst Bildungsgänge in denen Teilnehmende, die zwar den ISCED-Bereich 3 abgeschlossen haben, jedoch keinen Hochschulzugang bzw. keine Arbeitsmarktqualifikation erworben haben, die erforderlichen nichttertiären Qualifikationen für diesen Zugang erwerben können.

    Anmerkung: 

    Es gibt weltweit viele verschiedene Bezeichnungen für Bildungsgänge, die diesem Bildungsbereich zuzuordnen sind, beispielsweise Technikerdiplom, primary professional education, préparation aux carrières administratives.

    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus Unesco, 2011.
  • ISCED 5 – Kurzstudiengänge

    Definition: 

    Dieser Bereich umfasst tertiäre Bildungsgänge, in denen berufsspezifische Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen vermittelt werden. In der Regel sind die Bildungsgänge praktisch orientiert und berufsspezifisch; sie vermitteln Qualifikationen für den Zugang zum Arbeitsmarkt. Sie können allerdings auch als Grundlage für weitere Studiengänge dienen.

    Anmerkung: 

    Es gibt weltweit viele verschiedene Bezeichnungen für Bildungsgänge, die diesem Bildungsbereich zuzuordnen sind, beispielsweise Handwerksmeister-Ausbildung, (höhere) Fachausbildung, Community College Education, Technikerausbildung oder höhere berufliche Bildung, Associate Degree oder Bac + 2-Studiengänge.

    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus Unesco, 2011.
  • ISCED 6 – Bachelor-Studium

    Definition: 

    Dieser Bereich umfasst tertiäre Bildungsgänge, in denen die Studierenden wissenschaftliche und/oder berufliche Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen erwerben, die zu einem ersten Hochschulabschluss oder einer entsprechenden Qualifikation führen. Die Studiengänge auf dieser Stufe sind in der Regel theoretisch ausgerichtet, können aber praktische Anteile haben; sie greifen die aktuelle Forschung und/oder beste berufliche Vorgehensweisen auf.

    Anmerkung: 

    Es gibt weltweit viele verschiedene Bezeichnungen für Programme, die diesem Bildungsbereich zuzuordnen sind, beispielsweise Bachelor-Studiengänge, Licence oder erster Studienzyklus.

    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus Unesco, 2011.
  • ISCED 7 – Master-Studium oder gleichwertiger Studiengang

    Definition: 

    Dieser Bereich umfasst tertiäre Bildungsgänge, in denen weiterführende wissenschaftliche und/oder berufliche Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen vermittelt werden, die zu einem zweiten Hochschulabschluss oder einer entsprechenden Qualifikation führen. Studiengänge auf dieser Stufe können stärker forschungsorientiert sein, führen aber nicht zu einem Doktograd.

    Anmerkung: 

    Es gibt weltweit viele verschiedene Bezeichnungen für Programme, die diesem Bildungsbereich zuzuordnen sind, beispielsweise Master- oder Magister-Studiengänge.

    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus Unesco, 2011.
  • ISCED 8 – Promotion oder gleichwertiger Studiengang

    Definition: 

    Dieser Bereich umfasst vor allem Studiengänge, die zu einer höheren Forschungsqualifikation führen. In den Bildungsgängen auf dieser Stufe geht es um weiterführende Studien und eigenständige Forschung; sie werden üblicherweise von forschungsorientierten Einrichtungen des Tertiärbereichs wie z. B. Universitäten angeboten. Promotionsstudiengänge werden sowohl in akademischen als auch in berufsorientierten Fachbereichen angeboten.

    Anmerkung: 

    Es gibt weltweit viele verschiedene Bezeichnungen für Programme, die diesem Bildungsbereich zuzuordnen sind, beispielsweise PhD, DPhil, D.Lit, D.Sc, LL.D, Promotion oder Ähnliches.

    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus Unesco, 2011.
  • Kernkompetenzen / Kernfertigkeiten / Schlüsselkompetenzen

    Definition: 

    Die Summe der Fertigkeiten (Grundfertigkeiten und neue Grundfertigkeiten), die in der modernen Wissensgesellschaft benötigt werden.

    Anmerkung: 

    In ihrer Empfehlung zu Schlüsselkompetenzen für lebensbegleitendes Lernen führt die Europäische Kommission die folgenden acht Schlüsselkompetenzen auf:

    • Kommunikation in der Muttersprache;
    • Kommunikation in Fremdsprachen;
    • Mathematische, wissenschaftliche und technologische Kompetenz;
    • Computerkompetenz;
    • Lernkompetenz;
    • zwischenmenschliche, interkulturelle und soziale Kompetenz sowie Bürgerkompetenz;
    • unternehmerische Kompetenz;
    • kulturelle Ausdrucksfähigkeit.
    Quelle: 
    Cedefop, 2004; European Parliament and Council of the European Union, 2006.
  • Know-how

    Definition: 

    Das Wissen, wie man eine Sache praktisch verwirklicht, anwendet.

    Quelle: 
    Duden Deutsches Universalwörterbuch
  • kompensatorisches Lernen

    Definition: 

    Bezeichnet den Erwerb von Kenntnissen bzw. Kompetenzen, welche die Lücken schließen, die während des Pflichtschulbesuchs entstanden sind; dient hauptsächlich dazu, den Einzelnen zur Teilnahme an einer Ausbildung zu befähigen.

    Quelle: 
    Cedefop, 2004.
  • Kompetenz

    Definition: 

    Fähigkeit zur angemessenen Anwendung von Lernergebnissen in einem bestimmten Zusammenhang (Bildung, Arbeit, persönliche oder berufliche Entwicklung);

    oder

    Fähigkeit, Kenntnisse, Fertigkeiten sowie persönliche, soziale und methodische Fähigkeiten in Arbeits- oder Lernsituationen und für die berufliche und/oder persönliche Entwicklung zu nutzen.

    Anmerkung: 

    Kompetenz beschränkt sich nicht nur auf kognitive Elemente (einschließlich der Verwendung von Theorien, Konzepten oder implizitem Wissen). Sie beinhaltet auch funktionale Aspekte (einschließlich technischen Fertigkeiten) sowie zwischenmenschliche Eigenschaften (z. B. soziale oder organisatorische Fähigkeiten) und ethische Werte.

    Quelle: 
    Cedefop; European Parliament and Council of the European Union, 2008.
  • Kompetenzalterung / veraltete Qualifikationen

    Definition: 

    Bezeichnet eine Situation, in der Kenntnisse und Fähigkeiten von Arbeitnehmern nicht mehr aktuell sind oder nicht mehr verwendet werden.

    Anmerkung: 

    Der englische Begriff wird in der Literatur auch zur Beschreibung von Situationen verwendet, in denen die körperlichen oder geistigen Fähigkeiten verkümmern oder verschleißen (deutsch: Kompetenzabnutzung).

    Quelle: 
    Cedefop; De Grip, A., van Loo, J. (2007).
  • Kompetenzbedarf / Qualifikationsbedarf

    Definition: 

    Bezeichnet die Nachfrage nach bestimmten Kenntnissen und Fähigkeiten am Arbeitsmarkt (Gesamtnachfrage in einem Land oder einer Region, einem Wirtschaftssektor usw.).

    Anmerkung: 
    • die Analyse des Kompetenzbedarfs (auch als Ermittlung des Kompetenzbedarfs bezeichnet) dient dazu, Qualfikationslücken und Fachkräftemangel aufzudecken, den zukünftigen Kompetenzbedarf vorwegzunehmen und zu beurteilen, inwieweit das Qualifikationssystem (allgemeines und berufliches Bildungsangebot, Finanzierungsmodelle usw.) in der Lage ist, dem Bedarf der Wirtschaft zu entsprechen;
    • unter Antizipation des Kompetenzbedarfs versteht man das Verfahren zur Ermittlung der Kompetenzen bzw. Qualifikationen, welche in der Wirtschaft kurz-, mittel- bzw. langfristig benötigt werden;
    • bei der Kompetenzprognose wird die Nachfrage nach Kompetenzen (Arbeitsplätze) bzw. des Angebots an Kompetenzen(Arbeitskräfte) bestimmt, die auf dem Arbeitsmarkt kurz-, mittel- bzw. langfristig verfügbar sind.
    Quelle: 
    Cedefop, 2010.
  • Kompetenzen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) / IKT-Kompetenzen

    Definition: 

    Bezeichnet die Kompetenzen, die erforderlich sind, um Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) wirksam einsetzen zu können.

    Anmerkung: 

    Die OECD schlägt in einem Bericht über IKT-Kompetenzen und Beschäftigung eine einfache Systematik zur Klassifizierung dieser Kompetenzen vor. Unterschieden werden:

    • professionelle IKT-Kompetenzen: Fähigkeit zum Einsatz hochentwickelter IKT-Instrumente und/oder zur Entwicklung, Reparatur und Erzeugung derartiger Instrumente;
    • anwendungsbezogene IKT-Kompetenzen: Fähigkeit zum Einsatz einfacher IKT-Instrumente in einem regulären Arbeitsumfeld (in Berufen, die nicht dem IT-Bereich zuzurechnen sind);
    • grundlegende IKT-Kompetenzen oder „IKT-Grundbildung“: Fähigkeit zum Einsatz von IKT zur Erledigung einfacher Aufgaben oder als Lernmittel.
    Quelle: 
    Cedefop, 2004; OECD, Lopez-Bassols, 2002.
  • lebenslanges Lernen

    Definition: 

    Alles Lernen während des gesamten Lebens, das der Verbesserung von Wissen, Fähigkeiten, Kompetenzen und/oder Qualifikationen dient und im Rahmen einer persönlichen, sozialen bzw. beschäftigungsbezogenen Perspektive erfolgt.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • lebensumspannendes Lernen

    Definition: 

    Jede formale, nicht formale oder informelle Lerntätigkeit in allen (d. h. persönlichen, sozialen bzw. beschäftigungsbezogenen) Lebensbereichen und während des gesamten Lebens.

    Anmerkung: 

    Das lebensumspannende Lernen ist eine Dimension des lebenslangen Lernens.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Lehrkraft / Lehrer

    Definition: 

    Eine Person, deren berufliche Aufgabe es ist, Lernenden einer Einrichtung der allgemeinen oder beruflichen Bildung Wissen, Know-how oder Fähigkeiten zu vermitteln.

    Anmerkung: 

    Eine Lehrkraft übernimmt unterschiedliche Aufgaben, beispielsweise die Organisation und Durchführung von Ausbildungsprogrammen bzw. -kursen und die Vermittlung von grundlegendem oder spezifischem sowie theoretischem oder praktischem Wissen bzw. Know-how. Bestimmte Lehrkräfte an beruflichen Schulen (die als „Fachlehrer für den fachpraktischen Unterricht“ bzw. als „Lehrer für Fachpraxis“ bezeichnet werden) erfüllen (teilweise) ähnliche Aufgaben wie die Ausbilder.

    Quelle: 
    Cedefop, 2004; AFPA, 1992.
  • Lehrlingsausbildung / Lehre

    Definition: 

    Systematisch aufgebaute Langzeitausbildung, die im Wechsel zwischen Bildungseinrichtung oder Ausbildungszentrum und Betrieb vermittelt wird. Der Lehrling schließt mit dem Arbeitgeber einen Vertrag und bezieht ein Arbeitsentgelt (Lohn oder Vergütung). Der Arbeitgeber ist verantwortlich dafür, dass der Lehrling eine Ausbildung erhält, die diesen für einen ganz bestimmten Beruf qualifiziert.

    Anmerkung: 
    • der französische Begriff „apprentissage“ bezeichnet zum einen die Lehrlingsausbildung / Lehre, zum anderen aber auch den Vorgang bzw. Prozess des Lernens als solches (vgl. die Definition des Begriffs „learning“);
    • das „duale System“ der Berufsausbildung in Deutschland ist ein Beispiel für die Lehrlingsausbildung.
    Quelle: 
    Cedefop, 2004.
  • Leistungspunktesystem

    Definition: 

    Instrument, das mit dem Ziel entwickelt wurde, die Akkumulierung von Lernergebnissen zu unterstützen, die in einem formalen, nicht formalen oder informellen Kontext erzielt wurden, und ihre Übertragung von einem Kontext in einen anderen für die Validierung zu erleichtern. Ein Leistungspunktesystem kann festgelegt werden idem:

    • ein Programm der allgemeinen und beruflichen Bildung ausgearbeitet wird, dessen Bestandteilen (Module, Kurse, Praktika, Abschlussarbeiten usw.) Leistungspunkte (Credits) zugeordnet werden; oder
    • eine Qualifikation anhand von Einheiten von Lernergebnissen festgelegt wird, denen Leistungspunkte zugeordnet werden.
    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Lernen

    Definition: 

    Prozess, in dem eine Person Informationen, Ideen und Werte aufnimmt und sich auf diese Weise Wissen, Know-how, Fähigkeiten und/oder Kompetenzen aneignet.

    Anmerkung: 
    • der Lernprozess entsteht durch selbstständiges Reflektieren, Rekonstruieren sowie durch soziale Interaktion;
    • Lernen kann im formalen, nicht formalen oder informellen Kontext stattfinden.
    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Lernen durch Anwendung / Anwendungslernen / Learning-by-using

    Definition: 

    Bezeichnet Lernen mit oder ohne vorherige Anleitung durch die wiederholte Anwendung von Werkzeugen bzw. Geräten oder Anlagen.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Lernen durch Praxis / Praxislernen / Learning-by-doing

    Definition: 

    Lernen mit oder ohne vorherige Anleitung durch wiederholtes Durchführen einer bestimmten Arbeitsaufgabe.

    oder

    Lernen durch Veränderung der geistigen Ressourcen, die aus der Konfrontation mit der Realität herrührt und zu neuen Kenntnissen und Fertigkeiten führt.

    Anmerkung: 

    learning by doing is also referred to as experiential learning.

    Quelle: 
    Cedefop.
  • lernende Gemeinschaft

    Definition: 

    Eine Gemeinschaft, die durch die Entwicklung wirksamer lokaler Partnerschaften in allen ihren Bereichen eine Lernkultur umfassend fördert und Einzelpersonen und Organisationen beim Lernen unterstützt bzw. zum Lernen anregt.

    Quelle: 
    Cedefop, 2004.
  • lernende Organisation

    Definition: 

    Eine Organisation, in der jeder lernt und sich durch das Arbeitsumfeld weiterentwickelt – zum eigenen und zum gegenseitigen Nutzen und zum Nutzen des gesamten Unternehmens. Diese Aktivitäten werden bekannt gemacht und anerkannt.

    Quelle: 
    Cedefop, 2004.
  • lernende Region

    Definition: 

    Eine Region, in der die Interessengruppen mit dem Ziel zusammenarbeiten, dem lokalen Lernbedarf gerecht zu werden und Ressourcen zu teilen, um gemeinsame Lösungen zu erarbeiten.

    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus Cedefop, 2004.
  • Lernergebniseinheit (ECVET)

    Definition: 

    Teil einer Qualifikation, bestehend aus einem kohärenten Satz von Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen, der bewertet und validiert werden kann;

    oder

    Gesamtheit von Kenntnissen, Fähigkeiten und/oder Kompetenzen, die einen zusammenhängenden Bestandteil einer Qualifikation bilden. Eine Einheit kann der kleinste Teil einer Qualifikation sein, der bewertet, übertragen und eventuell zertifiziert werden kann. Eine Einheit kann sich auf eine oder auf mehrere Qualifikationen beziehen.

    Anmerkung: 

    Die Merkmale von Lernergebniseinheiten (Inhalt, Größe, Gesamtzahl der Einheiten, die zusammen eine Qualifikation ergeben usw.) werden von der für die Qualifikation auf der entsprechenden Ebene zuständigen Stelle definiert. Die Definition und Beschreibung der Lernergebniseinheiten kann je nach Qualifikationssystem und Verfahrensweisen der zuständigen Stelle variieren. Das ECVET-System sieht für jede Einheit jedoch folgende Mindestangaben vor:

    • den Titel der Lernergebniseinheit;
    • die Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen, die in dieser Einheit enthalten sind;
    • die Kriterien für die Bewertung der entsprechenden Lernergebnisse.
    Quelle: 
    Europass CV online tool - usability study
  • Lernergebnisse

    Definition: 

    Gesamtheit der Kenntnisse, Fähigkeiten und/oder Kompetenzen, die eine Person nach Durchlaufen eines formalen, nicht formalen oder informellen Lernprozesses erworben hat und/oder umzusetzen bzw. anzuwenden in der Lage ist.

    oder

    Aussagen darüber, was ein Lernender weiß, versteht und in der Lage ist zu tun, nachdem er einen Lernprozess abgeschlossen hat. Sie werden als Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen definiert.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008; European Parliament and Council of the European Union, 2008.
  • Lernförderer

    Definition: 

    Jede Person, die den Erwerb von Wissen und Kompetenzen durch die Schaffung eines günstigen Lernumfelds fördert, einschließlich Lehrern, Ausbildern, Betreuern oder Beratern. Der Lernförderer berät den Lernenden während des gesamten Lernprozesses durch Leitlinien, Rückmeldungen und Ratschläge und hilft bei der Weiterentwicklung von Wissen und Kompetenzen.

    Quelle: 
    Cedefop, 2004.
  • Lerninhalt / Lernstoff / Unterrichtsstoff

    Definition: 

    Bezeichnet die Summe aller Stoffe und Aktivitäten, die dem Einzelnen oder einer Gruppe von Lernenden im Rahmen einer Bildungs- bzw. Ausbildungsmaßnahme vermittelt und abverlangt werden.

    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus EuropeanTtraining Foundation, 1997
  • Mentoring

    Definition: 

    Bezeichnet die Beratung und Unterstützung eines jungen Menschen bzw. eines Neulings (d. h. einer Person, die einer lernenden Gemeinschaft oder Organisation neu beigetreten ist) in sehr unterschiedlicher Form durch eine erfahrene Person (einen „Mentor“), die als Rollenvorbild, Betreuer, Tutor, Coach oder Vertrauensperson fungiert.

    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus Bolton, 1980.
  • Mobilität

    Definition: 

    Bezeichnet die Fähigkeit einer Person, sich in ein neues berufliches oder Bildungs-Umfeld zu begeben bzw. sich an dieses anzupassen.

    Anmerkung: 
    • Mobilität kann sowohl räumlich als auch funktionsbedingt sein (Übernahme einer neuen Funktion innerhalb desselben Unternehmens, Mobilität zwischen Berufen oder Mobilität zwischen Beschäftigung und Bildung);
    • Mobilität versetzt den Einzelnen in die Lage, neue Kompetenzen zu erwerben und somit seine Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern.
    Quelle: 
    Cedefop.
  • nachschulpflichtige Bildung

    Definition: 

    Bezeichnet die (allgemeine oder berufliche) Bildung, die der Einzelne nach Erfüllung der gesetzlich geregelten Schulpflicht erwirbt (gesetzliche Mindeststandards und Mindestdauer).

    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus European Training Foundation, 1997.
  • Neu entstehende/neue Qualifikationen

    Definition: 

    Fähigkeiten, für die ein wachsender Bedarf in bestehenden oder neuen Berufen besteht.

    Anmerkung: 

    Die Ermittlung des neuen/neu entstehenden Qualifikationsbedarfs trägt entscheidend zur Verhinderung von Qualifikationslücken und -mängeln, Förderung der Beschäftigungsfähigkeit der Bürger und Bedarfsdeckung der Wirtschaft bei.

    Quelle: 
    Cedefop.
  • neue Grundkompetenzen / neue Grundfertigkeiten / neue Basisqualifikationen

    Definition: 

    Fähigkeiten wie Kompetenzen in den Bereichen der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), Fremdsprachen, soziale, organisatorische und Kommunikationskompetenzen, technologische Kultur, Unternehmergeist.

    Anmerkung: 

    Zusammen mit den anderen Grundfertigkeiten bilden die neuen Grundfertigkeiten die Kernkompetenzen, die für eine Entwicklung in der modernen Wissensgesellschaft benötigt werden.

    Quelle: 
    Council of the European Union, 2000.
  • nicht formales Lernen

    Definition: 

    Bezeichnet Lernen, das in planvolle Tätigkeiten eingebettet ist, die nicht explizit als Lernen bezeichnet werden (in Bezug auf Lernziele, Lernzeit oder Lernförderung), jedoch ein ausgeprägtes „Lernelement“ beinhalten. Nicht formales Lernen ist aus Sicht des Lernenden beabsichtigt.

    Anmerkung: 
    • Die Ergebnisse des nicht formalen Lernens können validiert und zertifiziert werden.
    • Nicht formales Lernen wird auch als halb strukturiertes Lernen bezeichnet.
    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Nutzen der allgemeinen und beruflichen Bildung

    Definition: 

    Sozioökonomischer Mehrwert der allgemeinen und beruflichen Bildung.

    Anmerkung: 
    • der Nutzen der allgemeinen und beruflichen Bildung kann individuell sein, d. h. für Einzelne, Unternehmen oder Einrichtungen entstehen; er kann aber auch kollektiv sein und einer ganzen Region, Volkswirtschaft oder Gesellschaft zugute kommen;,
    • es kann sich um einen monetären (z. B. Lohn) oder sozialwirtschaftlichen (Gesundheit, Wohlbefinden, sozialer Zusammenhalt, geringere Kriminalität, Beschäftigung, Produktivität, Wachstum) Nutzen handeln.
    Quelle: 
    Cedefop.
  • offenes Lernen

    Definition: 

    Lernen, das dem Lernenden bei der Auswahl von Themen, dem Ort, der Geschwindigkeit und/oder der Methode ein gewisses Maß an Flexibilität bietet.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Pflichtschule / Pflichtschulbildung / Schulpflicht

    Definition: 

    Gesetzlich geregelte und für alle Schüler verbindliche Mindeststandards und Mindestdauer der schulischen Bildung.

    Quelle: 
    ILO, 1998.
  • Programm der allgemeinen oder beruflichen Bildung

    Definition: 

    Bezeichnet ein systematisch gegliedertes Gesamtpaket von Maßnahmen, Lerninhalten und/oder Methoden, die innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens zur Anwendung kommen, um bestimmte Bildungs- oder Ausbildungsziele (die Vermittlung von Kenntnissen, Fähigkeiten oder Kompetenzen) zu realisieren.

    Anmerkung: 

    Der Begriff Programm der allgemeinen oder beruflichen Bildung bezieht sich auf die Umsetzung von Lernmaßnahmen. Der Begriff Curriculum hingegen bezieht sich auf die Gestaltung, Organisation und Planung dieser Maßnahmen.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Qualifikation

    Definition: 

    Der Begriff Qualifikation umfasst verschiedene Aspekte:

    • Formelle Qualifikation: Das formelle Ergebnis (Befähigungsnachweis, Bescheinigung, Diplom, Zertifikat, Zeugnis oder Titel) eines Bewertungsverfahrens. Im Rahmen dieses Verfahrens bestätigt eine zuständige Behörde oder Stelle, dass eine Person Lernergebnisse vorweisen kann, die sich an bestimmten Standards messen lassen, und/oder die notwendige Kompetenz besitzt, eine Aufgabe in einem bestimmten Tätigkeitsbereich auszuführen. Eine Qualifikation erkennt den Wert der Lernergebnisse am Arbeitsmarkt und in der allgemeinen und beruflichen Bildung offiziell an. Eine Qualifikation kann den rechtlichen Anspruch verleihen, einen bestimmten Beruf auszuüben (OECD).

    • Anforderungen für einen Arbeitsplatz: Kenntnisse, Eignung und Fähigkeiten, die benötigt werden, um die spezifischen Aufgaben durchzuführen, die mit einem bestimmten Arbeitsplatz verbunden sind (ILO).

    Quelle: 
    Cedefop, 2008, based on Eurydice, 2006; European Training Foundation, 1997; OECD, 2007; ILO, 1998.
  • Qualifikationslücke

    Definition: 

    Bezeichnet eine Situation, in der eine Person nicht das notwendige Qualifikationsniveau besitzt, um ihre Beschäftigung angemessen auszuüben.

    Anmerkung: 
    • Qualifikationslücken können auf individueller Ebene (mit einer Überprüfung der Fähigkeiten), auf Unternehmens-/Sektorebene oder auf regionaler, nationaler oder internationaler Ebene ermittelt werden;
    • Qualifikationslücken können durch ein unzureichendes Qualifikationsniveau entstehen; der Begriff kann aber auch Situationen beschreiben, in denen Arbeitnehmer das richtige Qualifikationsniveau besitzen, ihnen aber bestimmte Fähigkeiten (z. B. Kompetenzen im Bereich Management) oder die notwendige Erfahrung zur angemessenen Erfüllung einer Aufgabe oder Ausübung einer Tätigkeit fehlt.
    Quelle: 
    Cedefop, 2010.
  • Qualifikationsmangel

    Definition: 

    Bezeichnet eine Situation, in der das Qualifikationsangebot (auf dem Arbeitsmarkt verfügbare Art der Fähigkeiten und Zahl der Personen) nicht ausreicht, um den Bedarf des Arbeitsmarkts zu decken.

    Anmerkung: 

    Qualifikationsmängel betreffen alle Qualifikationsniveaus von gering qualifizierten bis zu hoch qualifizierten Arbeitskräften; sie können durch folgende Faktoren entstehen:

    • unzureichendes Bildungs- und Berufsbildungsangebot;
    • geografische Unausgewogenheit des Angebots;
    • Entwicklungen, durch die sich die Wirtschaftsstruktur verändert;
    • mangelnde Attraktivität bestimmter Berufe (schwierige Arbeitsbedingungen, geringe Vergütung, unzureichende gesellschaftliche Anerkennung).
    Quelle: 
    Cedefop, 2010.
  • Qualifikationsrahmen

    Definition: 

    Instrument für die Entwicklung und Klassifizierung von Qualifikationen (z. B. auf nationaler oder sektoraler Ebene) anhand einer Reihe von Kriterien (d. h. mit Hilfe von Deskriptoren), die für die festgelegten Niveaus von Lernergebnissen anwendbar sind;

    oder

    Instrument zur Klassifizierung von Qualifikationen anhand eines Bündels von Kriterien zur Bestimmung des jeweils erreichten Lernniveaus; Ziel ist die Integration und Koordination nationaler Qualifikationsteilsysteme und die Verbesserung der Transparenz, des Zugangs, der Weiterentwicklung und der Qualität von Qualifikationen im Hinblick auf den Arbeitsmarkt und die Zivilgesellschaft.

    Anmerkung: 

    Ein Qualifikationsrahmen kann verwendet werden:

    • um nationale Standards für Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen einzuführen;
    • um die Qualität von Bildung zu fördern;
    • um ein System der Koordination und/oder Integration von Qualifikationen bereitzustellen und einen Vergleich von Qualifikationen zu ermöglichen, indem Qualifikationen i zueinander in Bezug gesetzt werden;
    • um den Zugang zum Lernen, die Übertragung von Lernergebnissen und einen Hürdenlosen Bildungsverlauf zu fördern.
    Quelle: 
    Cedefop, 2008; European Parliament and Council of the European Union, 2008; OECD, 2007.
  • Qualifikationsstufe

    Definition: 

    Dieser Begriff deckt zwei Aspekte ab:

    In der formalen allgemeinen und beruflichen Bildung erreichtes, durch ein Qualifikationssystem oder in einem Qualifikationsrahmen anerkanntes Bildungsniveau.

    oder

    Durch allgemeine und berufliche Bildung, Arbeitserfahrung oder in nicht formalen/informellen Zusammenhängen erreichtes Kompetenzniveau.

    Anmerkung: 
    • Das Qualifikationsniveau wird häufig anhand der Vorgaben von Qualifikationssystemen oder der Niveaudeskriptoren von Qualifikationsrahmen bestimmt.
    • Es kann auch durch ein Berufsprofil bestimmt werden (beispielsweise durch die Beschreibung der Lernergebnisse, die für die Ausübung beruflicher Aufgaben auf einem bestimmten Niveau von Verantwortung und Selbständigkeit erforderlich sind).
    Quelle: 
    Cedefop.
  • Qualifikationssystem

    Definition: 

    Alle Maßnahmen in Verbindung mit der Anerkennung von Lernergebnissen sowie andere Mechanismen, die allgemeine und berufliche Bildung mit dem Arbeitsmarkt und der Zivilgesellschaft in Zusammenhang setzen. Zu diesen Maßnahmen gehören:

    • die Festlegung einer Qualifikationspolitik, die Gestaltung und Umsetzung von (Aus-)Bildungsangeboten, institutionelle Vereinbarungen, Finanzierung, Qualitätssicherung;

    • die Bewertung und Zertifizierung von Lernergebnissen.

    Anmerkung: 

    Ein nationales Qualifikationssystem kann aus mehreren Teilsystemen bestehen und einen nationalen Qualifikationsrahmen umfassen.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008; European Parliament and Council of the European Union, 2008.
  • Qualifikationsungleichgewicht

    Definition: 

    Bezeichnet ein Ungleichgewicht zwischen dem verfügbaren Qualifikationsniveau oder den verfügbaren Qualifikationen und dem Bedarf des Arbeitsmarkts.

    Anmerkung: 
    • Bei einem Qualifikationsungleichgewicht kann es sich um einen Überschuss oder Mangel an Kenntnissen, Fähigkeiten und Kompetenzen handeln;
    • Qualifiktionsungleichgewichte lassen sich auf verschiedenen Ebenen (Individuum, Unternehmen, Sektor, Wirtschaft) analysieren;
    • Experten unterscheiden zwischen einem vertikalen (Bildungs-/Qualifikationsniveau höher/niedriger als nötig) und einem horizontalen (Bildungs-/Qualifikationsniveau entspricht den Anforderungen des Arbeitsplatzes, die Art der Kenntnisse/Fähigkeiten ist jedoch für den aktuellen Arbeitsplatz nicht angemessen) Ungleichgewicht.
    Quelle: 
    Cedefop.
  • Sektor

    Definition: 

    Eine Gruppe von Unternehmen, die der gleichen wirtschaftlichen Haupttätigkeit nachgehen (z. B. Chemie).

    oder

    Eine Kategorie horizontaler beruflicher Tätigkeiten (z. B. Marketing), die in verschiedenen Unternehmen ausgeübt werden.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008; European Parliament and Council of the European Union, 2008.
  • sonderpädagogische Förderung

    Definition: 

    Bildungsangebote und pädagogische Förderung, mit denen den besonderen Bedürfnissen von behinderten Kindern oder Kindern entsprochen werden soll, die aus zahlreichen Gründen, die bekanntermaßen eine ideale schulische Entwicklung behindern, schulisch versagen.

    Anmerkung: 

    Der Begriff „sonderpädagogische Förderung“ (im Englischen: special needs education) hat den früheren Begriff „Sonderschulunterricht“ (im Englischen: special education) abgelöst. Der frühere Begriff bezeichnete im Wesentlichen die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Sonderschulen oder speziellen Bildungseinrichtungen außerhalb des regulären Schul- und Hochschulsystems. Heute wird jedoch in vielen Ländern ein Großteil der behinderten Kinder und Jugendlichen in Einrichtungen des regulären Systems unterrichtet und ausgebildet.

    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus Unesco, 1997.
  • soziale Inklusion

    Definition: 

    Die Eingliederung von Einzelpersonen oder Personengruppen in die Gesellschaft, als Bürger oder als Mitglieder verschiedener öffentlicher sozialer Netzwerke. Soziale Inklusion hängt grundlegend mit der Eingliederung in den Arbeitsmarkt und wirtschaftlicher Eingliederung zusammen.

    Quelle: 
    Cedefop, 2004.
  • sozialer Dialog

    Definition: 

    Bezeichnet einen Prozess des Austauschs zwischen den Sozialpartnern zur Förderung der gegenseitigen Konsultation und der Tarifverhandlungen.

    Anmerkung: 
    • ein sozialer Dialog ist in Form eines zweiseitigen Dialogs (zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern) oder eines dreiseitigen Dialogs möglich (an dem dann auch staatliche Stellen und / oder Vertreter der Zivilgesellschaft, NRO usw. beteiligt sind);
    • ein sozialer Dialog kann auf unterschiedlichen Ebenen stattfinden (auf betrieblicher / sektoraler / sektorenübergreifender sowie auf lokaler / regionaler / nationaler / länderübergreifender Ebene);
    • auf internationaler Ebene ist der soziale Dialog – abhängig von der Zahl der beteiligten Länder – bilateral, trilateral oder multilateral.
    Quelle: 
    Cedefop, 2004.
  • sozialer Zusammenhalt / gesellschaftlicher Zusammenhalt

    Definition: 

    Umfang, in dem unterschiedliche Gruppen in einer Gesellschaft zusammenleben und gemeinsame Werte teilen können.

    Anmerkung: 
    • Voraussetzung für sozialen oder gesellschaftlichen Zusammenhalt ist ein geringes Maß an sozialer Ausgrenzung, die Zusammenarbeit der verschiedenen Gemeinschaften sowie Solidarität zwischen den Gemeinschaften und gesellschaftlichen Gruppen;
    • Sozialer Zusammenhalt bemisst sich nicht allein an wirtschaftlicher Homogenität (Beschäftigungsquote, Lohn- und Gehaltsniveau, Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Wohnung), sondern hängt auch mit dem Grad an sozialer Inklusion zusammen;
    • Jenson (1998) zeigt fünf Dimensionen des sozialen Zusammenhalts auf:
      • Zugehörigkeit – Isolation (gemeinsame Werte, Identität, Solidargefühl);
      • Inklusion – Exklusion (Zugang zu Wohlstand);
      • Teilhabe – Nicht-Teilhabe (an der Zivilgesellschaft);
      • Anerkennung – Ablehnung von Andersartigkeit (in einer pluralistischen Gesellschaft);
      • Legitimität – fehlende Legitimität (Vertrauen zu und Achtung der Institutionen).
    Quelle: 
    Cedefop, 2008; Jenson, 1998.
  • Sozialpartner

    Definition: 

    Bezeichnet die Arbeitgeberverbände und die Gewerkschaften, welche die zwei Parteien des sozialen Dialogs bilden.

    Anmerkung: 
    • Das Konzept der „Sozialpartner“ entstand zunächst in Frankreich und Deutschland und entwickelte sich dann zum Bestandteil der Begrifflichkeit auf EU-Ebene;
    • Der dreiseitige soziale Dialog bezieht auch Behörden und/oder Vertreter der Zivilgesellschaft, NRO usw. ein.
    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • spezifische bzw. berufliche Fähigkeiten und/oder Fach-/Sachkenntnisse

    Definition: 

    Bezeichnet die Fähigkeit, berufliche Aufgaben durchzuführen und Probleme zu lösen.

    Quelle: 
    Cedefop; European Parliament and Council of the European Union, 2008.
  • Standard

    Definition: 

    Reihe von Faktoren, die inhaltlich von den betroffenen Akteuren gemeinsam festgelegt werden.

    Anmerkung: 

    dem System lassen sich verschiedene Arten von Standards oder Normen unterscheiden:

    • Kompetenzstandard bezieht sich auf die Beschreibung von Kenntnissen, Fähigkeiten/Fertigkeiten und/oder Kompetenzen in Verbindung mit der Ausübung einer bestimmten Tätigkeit;
    • Bildungsstandard bezieht sich auf die Beschreibung von Lernzielen, den Inhalt von Curricula, Zugangsvoraussetzungen sowie auf die für das Erreichen von Lernzielen benötigten Ressourcen;
    • Standard für Berufsqualifikationen bezieht sich auf die Beschreibungen von Aktivitäten und Aufgaben in Verbindung mit einer bestimmten Tätigkeit und deren Ausübung;
    • Bewertungsstandard bezieht sich auf die Beschreibung der zu bewertenden Lernergebnisse sowie auf die verwendeten Kriterien;
    • Validierungsstandard bezieht sich auf die Beschreibung des Anforderungsniveaus, das von der bewerteten,• Person erreicht werden soll, sowie auf die verwendeten Kriterien;
    • Zertifizierungsstandard bezieht sich auf die Regeln, die für die Erlangung eines Zertifikats, Diploms oder Zeugnisses gelten, sowie auf die verliehenen Rechte.,

    Gemäß dem System können diese Standards separat festgelegt werden oder Teil eines Gesamtdokuments sein.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Transparenz von Qualifikationen

    Definition: 

    Bezeichnet den Grad an Sichtbarkeit und Verständlichkeit von Qualifikationen, ihres Inhalts und ihres Werts auf dem (sektoralen, regionalen, nationalen oder internationalen) Arbeitsmarkt und in Systemen der allgemeinen und beruflichen Bildung.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Tutoring

    Definition: 

    Die Beratung, Anleitung oder Begleitung/Betreuung eines Lernenden durch eine erfahrene und kompetente berufliche Fachkraft in unterschiedlichster Form. Der „Tutor“ fördert den Lernenden über den gesamten Lernprozess hinweg (entweder in der Schule, in einer beruflichen Bildungseinrichtung oder im Betrieb).

    Anmerkung: 

    Tutoring beinhaltet:

    • fachliche Betreuung (im Hinblick auf bessere Leistungen in Schule bzw. Ausbildung);
    • Laufbahnberatung und Orientierung (um den Übergang vom Bildungs- bzw. Ausbildungssystem ins Erwerbsleben zu erleichtern);
    • Förderung der persönlichen Entwicklung (um den Lernenden zu befähigen, fundierte und zweckmäßige Entscheidungen zu treffen).
    Quelle: 
    Cedefop, 2004.
  • Übergang von der Schule ins Berufsleben / Übergang vom Bildungs- bzw. Ausbildungssystem ins Erwerbsleben

    Definition: 

    Bezeichnet den Prozess des Übergangs vom Bildungssystem ins Beschäftigungssystem. Der Übergangsprozess setzt mit Beendigung eines formalen Bildungs- oder Ausbildungsgangs (Erstausbildung) ein und ist mit Eintritt in eine stabile Beschäftigung abgeschlossen.

    Anmerkung: 

    Der Übergang vom Bildungs- bzw. Ausbildungssystem ins Beschäftigungssystem (Weg bis zur endgültigen Eingliederung, Art des Beschäftigungsverhältnisses – Niveau und Status -, Dauer) ist ein komplexer Prozess. Wie die Eingliederung verläuft, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab (vom Geschlecht, vom Alter, vom erreichten Qualifikationsniveau, von den beschäftigungspolitischen Vorgaben, vom bestehenden Beratungs- und Orientierungsangebot usw.).

    Quelle: 
    Cedefop, 2004.
  • Überprüfung von Fähigkeiten

    Definition: 

    Analyse von Kenntnissen, Fähigkeiten und Kompetenzen einer Person, einschließlich ihrer Eignung und ihrer Bereitschaft, ein Vorhaben für ihre Laufbahn zu formulieren und/oder eine berufliche Neuausrichtung oder ein (Aus-)Bildungsprojekt anzuvisieren.

    Anmerkung: 

    Die Überprüfung von Fähigkeiten soll dem Einzelnen helfen:

    • seinen beruflichen Hintergrund zu analysieren;
    • seine Position in seinem Arbeitsumfeld selbst einzuschätzen;
    • sich auf die Validierung nicht formaler oder informeller Lernergebnisse vorzubereiten;
    • seinen Berufsweg zu planen.
    Quelle: 
    Cedefop, 2008, leicht verändert übernommen aus Code du travail français, 2003.
  • Überqualifizierung / Überqualifikation

    Definition: 

    Beschreibt die Situation, in der eine Person eine höhere Qualifikation besitzt, als für den aktuellen Arbeitsplatz erforderlich ist.

    Anmerkung: 
    • Verwandte aber nicht synonyme Begriffe sind:
      • „Überbildung“: Situation, in der eine Person (in Ausbildungs- oder Studienjahren gerechnet) mehr Bildung besitzt, als für den aktuellen Arbeitsplatz erforderlich ist;
      • Überkompetenz: Situation, in der eine Person ihre Kompetenzen und Fähigkeiten an ihrem aktuellen Arbeitsplatz nicht voll und ganz einsetzen kann;
    • Überqualifizierung kann eine Situation beschreiben, die vorübergehend (beispielsweise, wenn ein junger Mensch in der Zeit der Arbeitssuche zunächst eine niedrigere Position in Erwartung einer geeigneteren Arbeitsstelle akzeptiert) oder aber von Dauer ist.
    Quelle: 
    Cedefop, 2010.
  • Übertragbarkeit von Lernergebnissen

    Definition: 

    Bezeichnet den Umfang, in welchem Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen in einem neuen beruflichen oder Bildungsumfeld genutzt und/oder validiert und zertifiziert werden können.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Unterqualifizierung / Unterqualifikation

    Definition: 

    Beschreibt die Situation, in der eine Person eine niedrigere Qualifikation besitzt, als für ihren aktuellen Arbeitsplatz erforderlich ist.

    Anmerkung: 
    • Anhand ihres Bildungsniveaus oder ihrer Arbeitserfahrung kann bestimmt werden, ob eine Person in Bezug auf einen gegebenen Arbeitsplatz unterqualifiziert ist;
    • Mit dem Begriff Unterqualifikation kann eine Situation beschrieben werden, die vorübergehend (beispielsweise, wenn ein Arbeitgeber eine unterqualifizierte Person für eine höhere Position einstellt, um den Zeitraum zu überbrücken, bis er eine besser geeignete Person gefunden hat) oder aber von Dauer ist;
    • Unterqualifikation bzw. Unterqualifizierung kann auf „Unterbildung" (eine Situation, in der eine Person ein niedrigeres Bildungniveau hat, als für den jeweiligen Arbeitsplatz erforderlich ist) oder auf eine „überwertige Beschäftigung“ (eine Situation, in der es der Person an Fähigkeiten und Kompetenzen fehlt, die am jeweiligen Arbeitsplatz benötigt werden, um die Arbeit ordnungsgemäß auszuführen) zurückzuführen sein.
    Quelle: 
    Cedefop, 2010.
  • Validierung von Lernergebnissen

    Definition: 

    Die Bestätigung durch eine zuständige Behörde oder Stelle, dass Lernergebnisse (Kenntnisse, Fähigkeiten und/ oder Kompetenzen), die eine Person in einem formalen, nicht formalen oder informellen Kontext erzielt hat, gemäß festgelegten Kriterien bewertet wurden und den Anforderungen eines Validierungsstandards entsprechen. Die Validierung führt üblicherweise zur Zertifizierung.

    oder

    Verfahren, bei dem eine zugelassene Stelle bestätigt, dass eine Person die anhand eines relevanten Standards gemessenen Lernergebnisse erzielt hat. Validierung umfasst folgende vier Einzelschritte:

    • Identifizierung der besonderen Erfahrungen einer person im wege eines Gesprächs;

    • Dokumentierung, um die Erfahrungen der Person sichtbar zu machen;

    • formale Bewertung dieser Erfahrungen;

    • Zertifizierung der Ergebnisse der Bewertung, die zu einer teilweisen oder vollständigen Qualifikation führen kann.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008; Council of the European Union, 2012.
  • Valorisierung des Lernens

    Definition: 

    Der Prozess der Förderung und Anerkennung der Beteiligung am (formalen oder nicht formalen) Lernen und seinen Ergebnissen, um die Allgemeinheit stärker für dessen inhärenten Wert zu sensibilisieren und das Lernen zu belohnen.

    Quelle: 
    Cedefop, 2001 in European Commission, 2001.
  • Vergleichbarkeit von Qualifikationen

    Definition: 

    Trifft eine Aussage darüber, inwieweit es möglich ist, Entsprechungen zwischen der Bildungsstufe und dem Inhalt von formellen Qualifikationen (Befähigungsnachweis, Bescheinigung, Diplom, Zertifikat, Zeugnis) auf sektoraler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene herzustellen.

    Anmerkung: 

    Die Vergleichbarkeit von Qualifikationen erhöht die individuelle Beschäftigungsfähigkeit und Mobilität. Dieser Begriff darf nicht mit der „Entsprechung von Qualifikationen“ verwechselt werden (die sich auf die Wertentsprechung von Zeugnissen bezieht).

    Quelle: 
    Cedefop, Bjørnåvold, Tissot, 2000.
  • Verlauf der allgemeinen und beruflichen Bildung

    Definition: 

    Die Summe der Lernsequenzen, die eine Person absolviert, um Kenntnisse, Fähigkeiten oder Kompetenzen zu erwerben.

    Anmerkung: 

    Der Lernverlauf kann formale und nicht formale Lernsequenzen umfassen.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Weg der allgemeinen oder beruflichen Bildung / Zweig der allgemeinen oder beruflichen Bildung

    Definition: 

    Zusammengehörige Programme der allgemeinen oder beruflichen Bildung, die von Schulen, Ausbildungseinrichtungen, Hochschuleinrichtungen oder Berufsbildungsanbietern angeboten werden und durch die die Entwicklung einer Person innerhalb eines Bereichs oder der Übergang zwischen verschiedenen Bereichen erleichtert wird.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Wissen

    Definition: 

    Das Ergebnis der Aufnahme von Informationen durch Lernen. Wissen ist das Gerüst von Tatsachen, Grundsätzen, Theorien und Verfahren, das zu einem Studien- oder Arbeitsbereich gehört.

    Anmerkung: 

    Es sind zahlreiche Definitionen von Wissen vorhanden. Die modernen Konzeptionen des Wissensbegriffs gehen jedoch im Allgemeinen von einer Reihe grundlegender Unterscheidungen aus:

    • Aristoteles trifft eine Unterscheidung zwischen theoretischer und praktischer Logik. In Anlehnung an diese Opposition wird in der modernen Theoriebildung (Alexander et al., 1991) zwischen deklarativem (theoretischem) und prozeduralem (praktischem) Wissen unterschieden.
      • Zum deklarativen Wissen zählen Assertionen über bestimmte Ereignisse, Sachverhalte und empirisch fundierte Generalisierungen sowie das Verständnis der grundlegenden Wirkungszusammenhänge, welche die Realität kennzeichnen.
      • Prozedurales Wissen umfasst heuristisches Wissen, Methodenkenntnisse, Planung, Vorgehens- und Verfahrensweisen, Arbeitsroutinen, strategisches und taktisches Wissen und die Kenntnis von Techniken und „Kniffen“ (Ohlsson, 1994);
    • es sind unterschiedliche Formen des Wissens zu unterscheiden, die Ausdruck verschiedenartiger Wege sind, sich Kenntnisse über die Welt anzueignen. Es wurden zahlreiche Versuche unternommen, einschlägige Systematiken zu erstellen; besonders häufig scheint man sich dabei auf folgende Kategorien zu stützen:
      • objektives (naturbezogenes bzw. wissenschaftliches) Wissen; Bezugspunkt für die Bewertung dieses Wissens sind gesicherte Erkenntnisse;
      • subjektives (literarisches/ästhetisches) Wissen; Bezugspunkt für die Bewertung dieses Wissens ist Authentizität;
      • moralisches (zwischenmenschliches/normatives) Wissen; Bezugspunkt für die Bewertung dieses Wissens ist die Akzeptanz durch die Gemeinschaft (richtig/falsch);
      • religiöses/geistliches Wissen; Bezugspunkt für die Bewertung dieses Wissens ist eine göttliche Instanz (Gott).

    Diese grundlegende Wissensauffassung prägt die Fragen, die wir stellen, die Methoden, die wir anwenden, und die Lösungen, die wir erarbeiten, um unser Wissen zu erweitern.

    • Wissen umfasst gleichermaßen implizites, nur mittelbar zum Ausdruck kommendes Wissen – „tacit knowledge“ – und explizit gemachtes Wissen – „explicit knowledge“.
      • „Tacit knowledge“ (Polanyi, 1966) bezeichnet Wissen, über das der Lernende verfügt und welches auf dessen kognitive Prozesse einwirkt, dabei aber nicht notwendigerweise zum Ausdruck kommen bzw. dem Lernenden bewusst sein muß.
      • „Explicit knowledge“ bezeichnet Wissen, das der Lernende einer bewussten Überprüfung unterziehen kann; hierzu zählt auch implizites Wissen – „tacit knowledge“ -, welches, indem es zur Herausbildung eines „gedanklichen Objekts“ (Prawat,1989) führt, explizite Form annimmt.
    Quelle: 
    Cedefop, 2008; European Parliament and Council of the European Union, 2008.
  • Wissensgesellschaft

    Definition: 

    Eine Gesellschaft, deren Prozesse und Verfahren auf der Erzeugung, Verbreitung und Anwendung von Wissen basieren.

    Quelle: 
    Cedefop, 2001 in European Commission, 2001.
  • Zertifizierung von Lernergebnissen

    Definition: 

    Ausstellung eines Zertifikats, Diploms oder Titels, das bzw. der formal bescheinigt, dass bestimmte Lernergebnisse (Kenntnisse, Know-how, Fähigkeiten und/oder Kompetenzen), die eine Person erzielt hat, durch eine zuständige Behörde oder eine zuständige Stelle gemäß einem festgelegten Standard bewertet wurden.

    Anmerkung: 

    Die Zertifizierung kann das Lernergebnis validieren, das im formalen, nicht formalen oder informellen Kontext erzielt wurde.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008.
  • Zugang zur allgemeinen und beruflichen Bildung

    Definition: 

    Verweist auf die Bedingungen, Umstände bzw. Anforderungen (z. B. Qualifikation, Abschluss/Niveau, Kompetenz oder Berufserfahrung), welche der Zulassung zu und Teilnahme an (allgemeinen und beruflichen) Bildungsmaßnahmen und Bildungseinrichtungen zugrunde liegen.

    Quelle: 
    leicht verändert übernommen aus Unesco, 1995.