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Glossar

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  • Qualifikation

    Definition: 

    Der Begriff Qualifikation umfasst verschiedene Aspekte:

    • Formelle Qualifikation: Das formelle Ergebnis (Befähigungsnachweis, Bescheinigung, Diplom, Zertifikat, Zeugnis oder Titel) eines Bewertungsverfahrens. Im Rahmen dieses Verfahrens bestätigt eine zuständige Behörde oder Stelle, dass eine Person Lernergebnisse vorweisen kann, die sich an bestimmten Standards messen lassen, und/oder die notwendige Kompetenz besitzt, eine Aufgabe in einem bestimmten Tätigkeitsbereich auszuführen. Eine Qualifikation erkennt den Wert der Lernergebnisse am Arbeitsmarkt und in der allgemeinen und beruflichen Bildung offiziell an. Eine Qualifikation kann den rechtlichen Anspruch verleihen, einen bestimmten Beruf auszuüben (OECD).

    • Anforderungen für einen Arbeitsplatz: Kenntnisse, Eignung und Fähigkeiten, die benötigt werden, um die spezifischen Aufgaben durchzuführen, die mit einem bestimmten Arbeitsplatz verbunden sind (ILO).

    Quelle: 
    Cedefop, 2008, based on Eurydice, 2006; European Training Foundation, 1997; OECD, 2007; ILO, 1998.
  • Qualifikationslücke

    Definition: 

    Bezeichnet eine Situation, in der eine Person nicht das notwendige Qualifikationsniveau besitzt, um ihre Beschäftigung angemessen auszuüben.

    Anmerkung: 
    • Qualifikationslücken können auf individueller Ebene (mit einer Überprüfung der Fähigkeiten), auf Unternehmens-/Sektorebene oder auf regionaler, nationaler oder internationaler Ebene ermittelt werden;
    • Qualifikationslücken können durch ein unzureichendes Qualifikationsniveau entstehen; der Begriff kann aber auch Situationen beschreiben, in denen Arbeitnehmer das richtige Qualifikationsniveau besitzen, ihnen aber bestimmte Fähigkeiten (z. B. Kompetenzen im Bereich Management) oder die notwendige Erfahrung zur angemessenen Erfüllung einer Aufgabe oder Ausübung einer Tätigkeit fehlt.
    Quelle: 
    Cedefop, 2010.
  • Qualifikationsmangel

    Definition: 

    Bezeichnet eine Situation, in der das Qualifikationsangebot (auf dem Arbeitsmarkt verfügbare Art der Fähigkeiten und Zahl der Personen) nicht ausreicht, um den Bedarf des Arbeitsmarkts zu decken.

    Anmerkung: 

    Qualifikationsmängel betreffen alle Qualifikationsniveaus von gering qualifizierten bis zu hoch qualifizierten Arbeitskräften; sie können durch folgende Faktoren entstehen:

    • unzureichendes Bildungs- und Berufsbildungsangebot;
    • geografische Unausgewogenheit des Angebots;
    • Entwicklungen, durch die sich die Wirtschaftsstruktur verändert;
    • mangelnde Attraktivität bestimmter Berufe (schwierige Arbeitsbedingungen, geringe Vergütung, unzureichende gesellschaftliche Anerkennung).
    Quelle: 
    Cedefop, 2010.
  • Qualifikationsrahmen

    Definition: 

    Instrument für die Entwicklung und Klassifizierung von Qualifikationen (z. B. auf nationaler oder sektoraler Ebene) anhand einer Reihe von Kriterien (d. h. mit Hilfe von Deskriptoren), die für die festgelegten Niveaus von Lernergebnissen anwendbar sind;

    oder

    Instrument zur Klassifizierung von Qualifikationen anhand eines Bündels von Kriterien zur Bestimmung des jeweils erreichten Lernniveaus; Ziel ist die Integration und Koordination nationaler Qualifikationsteilsysteme und die Verbesserung der Transparenz, des Zugangs, der Weiterentwicklung und der Qualität von Qualifikationen im Hinblick auf den Arbeitsmarkt und die Zivilgesellschaft.

    Anmerkung: 

    Ein Qualifikationsrahmen kann verwendet werden:

    • um nationale Standards für Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen einzuführen;
    • um die Qualität von Bildung zu fördern;
    • um ein System der Koordination und/oder Integration von Qualifikationen bereitzustellen und einen Vergleich von Qualifikationen zu ermöglichen, indem Qualifikationen i zueinander in Bezug gesetzt werden;
    • um den Zugang zum Lernen, die Übertragung von Lernergebnissen und einen Hürdenlosen Bildungsverlauf zu fördern.
    Quelle: 
    Cedefop, 2008; European Parliament and Council of the European Union, 2008; OECD, 2007.
  • Qualifikationsstufe

    Definition: 

    Dieser Begriff deckt zwei Aspekte ab:

    In der formalen allgemeinen und beruflichen Bildung erreichtes, durch ein Qualifikationssystem oder in einem Qualifikationsrahmen anerkanntes Bildungsniveau.

    oder

    Durch allgemeine und berufliche Bildung, Arbeitserfahrung oder in nicht formalen/informellen Zusammenhängen erreichtes Kompetenzniveau.

    Anmerkung: 
    • Das Qualifikationsniveau wird häufig anhand der Vorgaben von Qualifikationssystemen oder der Niveaudeskriptoren von Qualifikationsrahmen bestimmt.
    • Es kann auch durch ein Berufsprofil bestimmt werden (beispielsweise durch die Beschreibung der Lernergebnisse, die für die Ausübung beruflicher Aufgaben auf einem bestimmten Niveau von Verantwortung und Selbständigkeit erforderlich sind).
    Quelle: 
    Cedefop.
  • Qualifikationssystem

    Definition: 

    Alle Maßnahmen in Verbindung mit der Anerkennung von Lernergebnissen sowie andere Mechanismen, die allgemeine und berufliche Bildung mit dem Arbeitsmarkt und der Zivilgesellschaft in Zusammenhang setzen. Zu diesen Maßnahmen gehören:

    • die Festlegung einer Qualifikationspolitik, die Gestaltung und Umsetzung von (Aus-)Bildungsangeboten, institutionelle Vereinbarungen, Finanzierung, Qualitätssicherung;

    • die Bewertung und Zertifizierung von Lernergebnissen.

    Anmerkung: 

    Ein nationales Qualifikationssystem kann aus mehreren Teilsystemen bestehen und einen nationalen Qualifikationsrahmen umfassen.

    Quelle: 
    Cedefop, 2008; European Parliament and Council of the European Union, 2008.
  • Qualifikationsungleichgewicht

    Definition: 

    Bezeichnet ein Ungleichgewicht zwischen dem verfügbaren Qualifikationsniveau oder den verfügbaren Qualifikationen und dem Bedarf des Arbeitsmarkts.

    Anmerkung: 
    • Bei einem Qualifikationsungleichgewicht kann es sich um einen Überschuss oder Mangel an Kenntnissen, Fähigkeiten und Kompetenzen handeln;
    • Qualifiktionsungleichgewichte lassen sich auf verschiedenen Ebenen (Individuum, Unternehmen, Sektor, Wirtschaft) analysieren;
    • Experten unterscheiden zwischen einem vertikalen (Bildungs-/Qualifikationsniveau höher/niedriger als nötig) und einem horizontalen (Bildungs-/Qualifikationsniveau entspricht den Anforderungen des Arbeitsplatzes, die Art der Kenntnisse/Fähigkeiten ist jedoch für den aktuellen Arbeitsplatz nicht angemessen) Ungleichgewicht.
    Quelle: 
    Cedefop.