Geschichte des Europasses
Im Jahr 1998 riefen die Europäische Kommission und das Cedefop das Europäische Forum für die Transparenz beruflicher Qualifikationen ins Leben, welches Sozialpartner und Vertreter der nationalen Berufsbildungsbehörden zusammenbrachte, um Fragen der Transparenz zu erörtern.
Ziel der Forumsarbeit war es,
- Mobilitätshindernisse zu überwinden, die auf der mangelnden Transparenz beruflicher Qualifikationen beruhen,
- den Dialog über bestehende Initiativen, Instrumente und Einrichtungen voranzubringen,
- die Umsetzung bestehender politischer Lösungen zu fördern und
- neue Initiativen zu prüfen und zu erörtern.
Die Tätigkeit des Transparenzforums führte
- zur Erarbeitung von zwei Dokumenten (des Europäischen Lebenslaufs und der Zeugniserläuterung) und
- zum Aufbau eines Netzwerks von nationalen Referenzstellen für berufliche Qualifikationen.
Der Europass beinhaltet zudem drei weitere Dokumente, die Ende der 1990er Jahre auf europäischer Ebene entwickelt wurden:
- Den Diploma supplement, den die Europäische Kommission, der Europarat und die Unesco gemeinsam ins Leben gerufen haben. Hochschuleinrichtungen in ganz Europa und darüber hinaus vergeben den Diplomzusatz ergänzend zu den Hochschuldiplomen. Empfohlen wurde die Verwendung dieses Dokuments unter anderem 1999 in der Erklärung von Bologna und in der Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Juli 2001 über die Mobilität von Studierenden, in Ausbildung stehenden Personen, Freiwilligen, Lehrkräften und Ausbildern in der Gemeinschaft (Amtsblatt L 215 vom 9.8.2001). Der Diplomzusatz setzt sich in den Hochschuleinrichtungen immer mehr durch, und die europäischen Länder kamen überein, dieses Dokument auf breiter Front einzusetzen (vgl. auch das Berliner Kommuniqué der Bildungsminister). In Konzeption und Verwendung ist der Diplomzusatz eng mit dem Europäischen System zur Anrechnung, Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen (ECTS) verzahnt.
- Der Europass-Sprachenpass, den diese Webseite bereitstellt, ist Bestandteil des vom Europarat entwickelten Europäischen Sprachenportfolios, das den Bürgern die Möglichkeit bietet, gestützt auf den gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen die eigenen Sprachkenntnisse auszuweisen und zu präsentieren.
- Der Europass-Mobilitätsnachweis, den diese Webseite bereitstellt, ersetzt den mit der Entscheidung 51/99/EG des Rates eingeführten und seit dem Jahr 2000 verfügbaren Europass-Berufsbildung. Der Europass-Berufsbildung war ein Dokument zur Erfassung berufspraktischer Ausbildungsphasen, die der Einzelne im Rahmen seiner Ausbildung in einem anderen Land absolviert hatte. Von 2000 bis 2004 wurde der Europass-Berufsbildung mehr als 100 000 Mal ausgestellt. Der Europass-Mobilitätsnachweis ist breiter angelegt als der abgeschaffte Europass-Berufsbildung. Er erfasst nicht nur berufspraktische Ausbildungsphasen, sondern auch andere Lernvorhaben, beispielsweise Studienzeiten im Ausland.
2002 wurde das Europäische Forum für die Transparenz beruflicher Qualifikationen durch eine technische Arbeitsgruppe ersetzt, die - nach Maßgabe einer in der Kopenhagener Erklärung formulierten Forderung - folgenden Auftrag hatte: "Verbesserung der Transparenz in der beruflichen Bildung durch Einführung und Optimierung von Informationsinstrumenten und Netzwerken. Dies umfasst auch die Zusammenfassung bestehender Instrumente - beispielsweise des Europäischen Lebenslaufs, der Zeugniserläuterung, des Diplomzusatzes, des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen und des Europasses - in einem einheitlichen Rahmen."
Um diese ehrgeizige Aufgabe zu bewältigen, entwickelte die Arbeitsgruppe ein Konzept für einen solchen einheitlichen Rahmen sowie den Prototyp für eine entsprechende Webseite.
2003 erarbeitete dann die Europäische Kommission nach umfassender Konsultation der nationalen Behörden und der Sozialpartner den Vorschlag für eine Entscheidung des Europäischen Parlaments und des Rates über ein einheitliches gemeinschaftliches Rahmenkonzept zur Förderung der Transparenz bei Qualifikationen und Kompetenzen (Europass), die schließlich im Dezember 2004 vom Europäischen Parlament und vom Rat verabschiedet wurde. Diese Entscheidung sieht unter anderem den Aufbau der Webseite vor.
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Februar 2005: offizielle Startschuss für die Europass-Webseite auf einer Konferenz, die am 31. Januar und 1. Februar 2005 in Luxemburg stattfand, das zum damaligen Zeitpunkt die EU-Ratspräsidentschaft inne hatte.
Dezember 2011: die Europass-Webseite wird umfassend erneuert: sie hat ein neues grafisches Erscheinungsbild. Die verbesserte Navigation bietet einen schnelleren Zugriff auf die beliebtesten Informationen.
Dezember 2012:
- Das neue Europass-Lebenslaufmuster (Formatvorlage und Online-Editor) wurde am 12. Dezember 2012 ins Internet gestellt. Folgendes hat sich geändert:
- benutzerfreundlicheres Online-Interface mit direkter Vorschau des endgültigen Dokuments;
- neue Rubriken: Persönliche Website, Instant Messaging, Sprachenpass;
- verbesserte Anleitungen mit klarer strukturierten Informationen: Beschreibung von Projekten, Konferenzen, Publikationen, usw.;
- neues visuelles Erscheinungsbild, das die Lesbarkeit des Europass-Lebenslaufs weiter verbessert: neue Schriftart, Farben, vereinfachte Überschriften, usw.
- Neben dem neuen Lebenslaufs ist nun auch der europäische Kompetenzpass online verfügbar. Es handelt sich um eine benutzerfreundliche elektronische Mappe, die jeder Studierende, Arbeitende und Arbeitssuchende verwenden kann, um alle mit der Zeit erworbenen persönlichen Fähigkeiten und Qualifikationen modular und übersichtlich darzustellen.
Der Kompetenzpass kann mit einer Vielzahl von Dokumenten bestückt werden (Sprachenpass, Zeugniskopien, Arbeitsbescheinigungen usw.). Als Anlage zum Europass-Lebenslauf bringt er den Nachweis der im Lebenslauf aufgeführten Kompetenzen und Qualifikationen.
